Geheime LOHAS-Yeti’s.

yetigreen
Foto: http://schulen.eduhi.at

LOHAS sind Yeti’s! Alles spricht dafür: Sie leben naturverbunden, ohne erklärte Fundi-Ökos zu sein. Sie sind egoistisch, selbstverliebt, bleiben am liebsten unter sich. Sie verleugnen ihre Existenz, kein LOHAS-Yeti würde sich selbst als solcher bezeichnen, wenn man ihn danach fragte, wenn man ihn träfe.

Ihr Lebenstil ist naturgemäß gesund und nachhaltig. Ihnen wird radikale Gesinnung angedichtet, tatsächlich aber sind sie veränderungsscheue Biedermänner. Ihre Spuren im Schnee/Wald/der Gesellschaft sind ungenau und flüchtig. Sie provozieren die Frage: Gibt es sie überhaupt, die LOHAS?

Peter Unfried, ein Chef der taz, greift dieses Thema in einem recht erschütternden Bericht über die LOHAS-Spezies auf (und bezieht sich dabei auf eine aktuelle Studie von &Equity, im Auftrag der Unternehmensberatung stratum aus Berlin).

Gestern wurden die Studienergebnisse in Osnabrück vorgestellt und zu meiner Überraschung herrschte in den Diskussionen zum Tagesthema „Die Marke Nachhaltigkeit“ die Unsicherheit vor, ob es LOHAS überhaupt gibt. Ob sie eine Zielscheibe, äh, -gruppe sind. Oder nur eine Erscheinung, sozusagen ein „grünes“ Loch. Und: Falls es sie geben sollte, wie würden sie dann denken handeln kaufen wohnen reisen essen trinken bilden erziehen lieben sexen gebähren sterben? Nur zur Erinnerung: Nachhaltigkeit gab es schon, bevor Paul H. Ray sein Buch Cultural Creatives schrieb.

Ich glaube, LOHAS sind außerdem ein Geheimbund. Mit eigener Bier-Marke in Indien. Und ihr Chef ist Reinhold Messner.

Foto: http://www.flickr.com

Dieser wertvolle Beitrag fällt in die Slowretail-Kategorie „casusal friday trash“ und hat kommentarheischenden Zweck.

6 Gedanken zu “Geheime LOHAS-Yeti’s.

  1. …sind LOHAS Yeti’s, die sich ins blog-net geschmuggelt haben? …oder sind sie draußen in der nicht-virtuellen Welt unter anderem Logo zu finden und tragen nachhaltig feinen Bio-Zwirn? Folgen sie in ihrer Tarn-Kleidung von … der Maxime >>Wer genießt, der lebt.<< ?
    Fragen über Fragen.

  2. Dazu habe ich auch eine Meinung über den Beitrag in der taz abgegeben:

    Studien sind immer mit dem Inhalt bestückt, wie ihre Macher in die Werkzeugkiste greifen: Wenn ich einen Hammer in der Hand halte, sieht alles wie ein Nagel aus. Welches Maß wird hier angelegt? Welche Erwartungen sind hier im Spiel? Was will uns die Marktforschung hier verkaufen? LOHAS sind keine neuen Ökos, wollen aber altes Denken hinter sich lassen. Sie suchen nach den Wegen, die Alt-Ökos immer noch vorgeben zu finden… Wir stehen am Anfang einer neuen Zeit – Lohas hin oder her… dies ist nur der erste Ausdruck und Folge einer Entwicklung: Bewusstsein und Verantwortung. Lösungen für die sich abzeichnenden Probleme sind noch lange nicht alle erdacht, auf bekannte Methoden können wir meist nicht zurückgreifen. Selbst Millionen Ökokonsumenten werden die Lage nicht verbessern. Womit beschäftigt sich diese Studie eigentlich? Das WorldChanging Projekt z.B. gibt da weit mehr Substanz und Ansätze, – Schluss mit Öko-Lohass-Larifari. Jeder tut was er kann.

    Noch mehr Hintergründe von meiner Seite:
    http://lohaslifestyle.blogspot.com/2008/11/das-wort-zum-sonntag.html#links

  3. Ihr Beitrag zu den Lohas-Yetis gefällt mir! Was die Tagung letzte Woche gezeigt hat, ist doch Verwirrung, Angst, ich-weiß-schon-alles und gut, dass es die Bewegung gibt, gleichermaßen. Und letztendlich bleibt offen, inwieweit einzelne Reiss’che Lebensmotive (http://www.institut-fuer-lebensmotive.de/lebensmotive_16.html) gesamtgesellschaftliche Wirkung in Richtung Nachhaltigkeit zulassen. Zum Glück muss stratum dazu keine Überzeugungsarbeit leisten, sondern versteht sich mehr als kritischer Hinterfrager – egal, von wem „Allheilwissen“ versprochen wird. In diesem Sinne – es bleibt spannend und alle Diskutanten zum Thema verschaffen sich ein Tun.

  4. So ist es denn gut, wenn wir uns weiterhin auf unseren „gesunden“ Menschenverstand verlassen. Um was geht es denn eigentlich. Ich denke, es ist gut, wenn wir noch mehr als bisher hinterfragen, welche Wirkung wir mit unserem Tun erzeugen oder „was was wert ist“. Was nützen denn all die strategischen Konsumentscheidungen, wenn immer noch nicht darüber nachgedacht wird, dass die alten Manipulations- und Kalkulationsweisen sich trotz angeblicher LOHAS-Produkte überhaupt nicht verändert haben und die immer wieder gelobten „Vorreiter“ wie Hessnatur doch häufig nur die „Speerspitzen“ der alten Tanker (Karstadt/Arcandor) sind. Die kommunikativen Netzwerker müssten endlich auch die operativen Ermöglicher werden.

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