Fäkalmarketing.

Manchen Einzelhändlern fallen zunehmend weniger durchschlagende Argumente ein, ihre Kunden für sich zu begeistern. Wie auch? Die angebotenen Produkte sind beliebig, Sevice findet meist nur noch als Phrase auf der Unternehmens-Webseite statt. Statt sich auf echte Einkaufsqualität zu konzentrieren, ködern sie Kunden mit einer immer häufiger zu erleidenden Werbegattung: dem Fäkalmarketing. Der Trick ist, über plattitüde Pseudo-Tabubrüche irgendeine Form von Aufmerksamkeit zu erzielen, egal welcher Qualität und Dauer. Wir als Kunden bekommen Einläufe niveaufreier Ausscheidungen an Werbung, die Macher leiden offenbar unter chronischer Ideen-Obstipation.

Nach ersten Versuchen der Elektronik-Branche á la „Lass dich nicht verarschen – vor allem nicht beim Preis“ haben nun die Werber das Fäkalmarketing für sich entdeckt und dafür wahrscheinlich Profis eingestellt, die mitten in ihrer analen Phase stecken: Toom ist „ohne Scheiss“ total offen, Kik „scheisst“ auf die Mehrwertsteuer.

Subtiler macht es der Möbelhaus-Kolonialist XXXLutz: Er outet gleich seine komplette Belegschaft von 16.000 Mitarbeitern als chronische Darmpatienten: „Die mit dem roten Stuhl“. Jetzt wissen wir wenigstens, wo die Kundenberater sind, wenn wir im Laden ihre Hilfe brauchen: krankgeschrieben oder auf der Personaltoilette. Das es ausgerechnet Ottfried Fischer ist, der diesen Befund im TV-Spot herauspresst, macht die Sache auch nicht appetitlicher.

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