Zalando übernimmt Karstadt.

Montage: Slowretail
Schlechte Montage: Slowretail

Offline ist das neue Online: Entgegen der allgemeinen Branchenerwartungen kaufen, Umfragen* zufolge, viele Kunden wieder lieber im realen Geschäft um die Ecke als ihren Konsum online zu decken. Zeit wird’s und die geht auch nicht an den großen E-Commerce’lern von Amazon bis Zalando spurlos vorbei. So wird, anonymen Insidern zufolge, Zalando demnächst einen Teil der darbenden Karstadt Warenhäuser übernehmen. Es soll sich um die eher prominenteren Standorte in großen Städten handeln, die Zalando von Herrn Berggruen mietet (wie passenderweise ja auch schon die neuen Büroflächen in Berlin) und fortan unter eigenem Namen als sogenannter Vollsortimenter betreibt: Mit Mode, Schuhen, Kosmetik, Haushaltswaren und Home & Living-Abteilungen. Das neue Young Fashion-Konzept von Karstadt namens „K-Town“ wird, dem Vernehmen nach, in die Sortimentsauswahl integriert.

Für jene Warenhäuser, die gemeinhin als Problemkinder Karstadts gelten – in kleineren Orten und auf kleinerer Fläche – ist übrigens, Gerüchten zufolge, angedacht, mit Amazon neue Nahversorgerhäuser einzurichten. Einzig die Karstadt Premium Häuser KaDeWe Berlin, Alsterhaus Hamburg und Oberpollinger München, behalten ihre Namen und Identität – hier könnte mittelfristig der Anteil der an Luxusmarken vemieteten Verkaufsflächen auf bis zu 100% steigen.

Eigentlich ein genialer Schachzug: Karstadt wird den öffentlichen Druck los, spricht mit Zalando auf einen Schlag die bislang unerreichten (bzw. erfolgreich vergraulten) Zielgruppen wieder an, kann befreit tausende Mitarbeiter abbauen und verliert doch nicht sein Gesicht. Zalando gewinnt für seine überbordende Produktauswahl sowie die (optimistisch geschätzt) zu mehr als zwei Dritteln retournierten Bestellungen einen optimalen Vertriebskanal und sichert sich zugleich dutzende von geräumigen Verkaufspunkten in Top-Innenstadtlagen. Da können doch alle Beteiligten nur schreien vor Glück.

* Die Umfragen sind in keiner Weise repräsentativ, belegbar und vertrauenswürdig. Ehrlich.

3 Gedanken zu “Zalando übernimmt Karstadt.

  1. Heutige Meldung aus dem Immobiliennewsletter von Thomas Daily:

    KaDeWe und weitere Karstadt-Häuser für 1 Mrd. Euro verkauft
    Die österreichische Signa Holding um den Immobilieninvestor René Benko kauft für gut 1 Mrd. Euro mehrere Karstadt-Häuser in Deutschland, darunter das Berliner „Kaufhaus des Westens“ (KaDeWe). Einen entsprechenden Bericht der deutschen Online-Ausgabe des „Wall Street Journal“ haben Marktkreise gegenüber TD bestätigt. Der Deal soll allerdings erst Anfang des kommenden Jahres abgeschlossen werden. Nach TD-Informationen handelt es sich um mindestens zehn Warenhäuser. Für das KaDeWe wurden dem Vernehmen nach rd. 500 Mio. Euro bezahlt. Benko hat bei dem Deal offenbar auch deutsche Privatinvestoren mit an Bord. Eigentümer des KaDeWe war das Highstreet-Konsortium, das sich aus dem Goldman-Sachs-Fonds Whitehall, der Deutsche-Bank-Tochter Rreef, Generali, Borletti und Prelios zusammensetzt.

  2. JAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! oder so….
    Und was daran tatsächlich auf der Hand liegt: Die Verknüpfung der Vorteile Beider. Aber bis dahin: Entschleunigung allerorten. Mittagspausenschließung im E-Commerce und das Verbot von Sonntagsöffnung und Öffnungszeiten bis in die Nacht hinein im stationären Einzelhandel. Dafür lieber Zeit und Raum für Qualität. Im Regal, hinter´m Tresen und so weiter….

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