Am 17. und 18. November 2012 findet wieder der Heldenmarkt im Berliner Postbahnhof (am Ostbahnhof) statt. Hier bündeln sich Händler, Hersteller, Institutionen und NGO’s, die sich alle dem Thema Nachhaltigkeit, Fairness und sozialer Verantwortung verschrieben haben. Jeder kann kommen, um sich über Projekte zu informieren, Neues aus der grünen Community zu erleben – oder schlichtweg um erste Weihnachtseinkäufe mit Mehrwert zu erledigen. Ein Projekt, das … Slowretail auf dem Heldenmarkt in Berlin. weiterlesen
Es gibt so Städte und Orte, die kennt man nicht. Man hat sie einfach nicht auf der persönlichen Landkarte. Und doch gibt es sie, haben sie eine eigene Identität, leben Menschen hier. Und handeln, engagieren und amüsieren und streiten sich. In loser Folge werden hier im Blog ein paar dieser verkannten Orte vorgestellt.
Foto: win-dor.de
Dorsten ist ein Appendix im Landkreis Recklinghausen, hat mit allen eigenen Gemeinden etwa 75.000 Einwohner. Früher, so scheint es, war hier alles besser: Bergbau, florierende Industrie, Textilfabriken, Kultur. Man sieht es noch an den wenigen, nicht im Krieg zerstörten, Altbauten im Straßenbild. Am alten Rathaus (der „Stadtwaage“ von 1567), dem Marktplatz, den üppigen Kotten im Umland. Je nach Stimmungslage empfindet man Dorsten als freundlich münsterländisch oder auch finsteres Ruhrgebiet.
Es braucht wohl einen triftigen Grund, sich ausgerechnet auf Dorsten einzulassen. Wer aber hineintaucht, wird einiges finden, das der Stadt eine gewisse Lebensqualität bringt.
Immerhin gibt es hier das älteste, dauerhaft im Betrieb befindliche, Franziskanerkloster Deutschlands, das – zugegeben – mangels weltlicher Öffnung keinen besonderen Erlebniswert bietet. Auch die Tatsache, daß Dorsten (wegen der durchfliessenden Lippe) in früheren Tagen einmal Hansestadt war, ist im Ortsgeist nicht spürbar und heute im Grunde irrelevant.
Wie überall aber finden sich auch in Dorsten Slowretailer, die sich gegen die, hier auch schon zugezogenen, Plattitüden H&M, Gerry Weber und Thalia behaupten. „Verkannte Orte: Dorsten.“ weiterlesen
Der Rat für Formgebung (German Design Council) hat mich zu seiner diesjährigen Retail Design-Tagung am 18. Oktober in Frankfurt als Referent eingeladen. Mein Thema: „Slowretail – Designtempel vs. Läden mit Seele„.
Wo etwa 150 Designer, Architekten und auch Retailleute zusammentreffen, kann es gefährlich sein, sich allein auf, vermeintlich innovative, Äußerlichkeiten für neue Handelskonzepte zu beschränken. Groß ist hier vermutlich die Verlockung, Reißbrettentwürfe auf den Thron zu heben – ohne dabei das Einzigartige und Besondere zu beachten, das Läden erst erfolgreich macht. Denn ein modern gestylter Laden hat noch lange keine Seele. Oft ist es gerade das Unperfekte, Improvisierte, das fasziniert und wieder kommen lässt.
Mal Hand auf’s Herz: Irgendwie weiß man doch heute schon kaum noch, ob man gerade in einem sanierten Karstadt-Haus oder in einem neuen, gehypten Monolabel-Store nach den Klamotten schaut, die ohnehin keiner wirklich braucht. „Der Rat für Formgebung lädt ein.“ weiterlesen
Wie sich die Modeindustrie in den nächsten 15 Jahren verändern wird, hat das „Forum for the future“ gemeinsam mit Levi Strauss in einem Zukunftsreport zusammengestellt. Hier geht’s zu Detailinfos und zum Download des Reports. 2025: Slow is beautiful. weiterlesen
Wer hat Lust, mal an einer Befragung zur Zukunft des Shoppings teilzunehmen und einzuschätzen, was wann wie im nächsten Jahrzehnt im Einzelhandel anders wird?
Diesel bringt mit seiner Dieselcam Facebook in die Umkleide, Marc Jacobs verlost Tickets für seine Show auf der New York Fashion Week unter allen Foursquare Check-Ins in seinen Geschäften. Was sie verbindet ist ihr Antrieb, den Modernisierungsprozess im stationären Fashionhandel durch innovative Konzepte und Technologien voranzutreiben.
An diesem Punkt setzt das studentische Projekt „Future Store 3.0 – Fashion Shopping im Jahr 2020“ der Hochschule der Medien in Stuttgart an.
Zusammen mit Kennern der Szene aus den Bereichen eCommerce, Fashion, Retail, Design und Trendforschung hat ein Masterstudenten-Team der Hochschule Interviews geführt und daraus 100 Thesen herauskristallisiert, die schwerpunktmäßig die Themengebiete Omni-Channeling, Mobile, Social Shopping, Customer Experience und Shop-Design umfassen. Das Ganze non-profit und erfrischend konkret.
Das ist doch mal ein mutmachendes Signal: In Londons angestammter Straße der Schneider und Maßausstatter, Savile Row, droht ausgerechnet Abercrombie & Fitch mit der Eröffnung eines (Kinder-)Ladens. Dagegen gehen die Händler organisiert auf die Straße, unterstützt von internationaler Presse und Blogs, und warnen vor der Banalisierung ihrer Traditionslage. Mit Recht. Im dreiteiligen Anzug, mit Tweed-Jacke und Hut kämpfen sie friedlich – Parole „Give Three-Piece a … Im Maßanzug gegen Abercrombie & Fitch. weiterlesen
Auch in Holland gibt es ein Rezept á la Slowretail: Das Webportal NLstreets beschreibt sich selbst so: „Während immer mehr Menschen sich nach Authentizität sehnen, wird die niederländische Shoppingkultur immer austauschbarer. Folgen Sie den Shopping-Straßen in jeder Stadt und Sie werden überall die gleichen Ketten mit den gleichen Formeln finden, nicht wirklich ein inspirierendes Erlebnis.“
Meine Rede – zudem gibt es in Holland, mehr als hierzulande, noch intakte historische Strassenzüge mit wunderbaren Ladenfassaden, die eher einen wertschätzenden Slowretailer als hineingezwängten Standardfilialisten verdient haben.
Schön ist an der Seite, daß sie nach Städten und Straßen gegliedert ist, mit Suchfunktion, und (s.o.) eine teilweise „begehbare“ Galerie der Nachbarschaftsläden integriert. Man kann virtuell bummeln und per Klick eintreten, erhält Detailinformationen „Slowretail Hollandaise.“ weiterlesen
Es ist soweit, der Slowretail Kalender 2012 ist da. Im A3-Format, ganz in schwarz, bilingual deutsch/englisch – und natürlich randvoll mit zwölf einzigartigen Slowretailern dieser Welt. Es gibt den Kalender nur in kleiner Auflage und nicht offiziell zu kaufen. Seine Entstehung des Kalenders wurde auch in diesem Jahr von den Freunden und Retail-Fans des Team Retail Excellence gefördert, vielen Dank! Der Slowretail Kalender 2012. weiterlesen
Was für eine Geschichte! 40 Jahre führt der New Yorker Hercules Dimitratos seinen kleinen Lebensmittelladen bis er kurz vor dem endgültigen Aus steht. Seine Kunden aber wollen das nicht zulassen, sammeln 20.000 Dollar – und kaufen Hercules seinen Laden leer. Komplett, bis auf den letzten Artikel, um ihn zu retten. Hercules, zu Tränen gerührt, braucht sechs Stunden um alle 3.000 Artikel in seine Kasse zu … Kaufkraft wörtlich genommen. weiterlesen
Kölns Kreativ-Szene kann es nicht lassen: Jung, dynamisch und experimentell sprengt sie auch in diesem Jahr wieder die Grenzen zwischen Mode, Design, Kunst und Musik. Abseits des globalen Mainstreams feiert das Belgische Viertel unter der Schirmherrschaft der Bürgermeisterin Angela Spizig am 4. Juni zum dritten Mal le bloc – mode und design.
Von zwölf Uhr mittags bis Mitternacht zeigen Kölns kreative Köpfe, was ihr Viertel alles zu bieten hat: Designer und Shopbesitzer öffnen ihre Ateliers, Showrooms und Läden, verwandeln sie in Konzertbühnen oder lassen sich bei der Arbeit über die Schulter schauen. Galerien locken mit besonderen Performances und Vernissagen, junge Künstler präsentieren ihre Werke an ungewöhnlichen Orten und DJ’s sorgen allerorts für die richtigen Vibes.
Während viele Firmen, mehr oder weniger glaubwürdig, ihre Phrasen über angeblich vorbildlich gelebte Soziale Verantwortung und ethische Business-Moral dreschen, haben zwei junge Schweizer gehandelt statt nur zu behaupten: Mit ihrem Projekt Senior Design Factory schlagen die Designer Debora Biffi und Benjamin Moser eine faszinierende Brücke zwischen Alt und Jung.
Gemeinsam mit senioren Persönlichkeiten entwickeln sie moderne, individuelle Produkte (nicht nur) für jene Menschen, die mit ihrem Konsum auch gesellschaftliche Sinnhaftigkeit verbinden möchten. Dies ganz selbstverständlich, ohne jeden Mitleidsfaktor, ohne Charity-Allüren. Einfach, weil es gute Produkte mit einer guten Geschichte sind. Die Erzeuger sind teilweise hochbetagte Menschen, „Die Senior Design Factory in Zürich.“ weiterlesen
Die Strategischen Konsumenten von utopia.de beschwören den morgigen Kauf-Nix-Tag als alljährlich notwendige, eintägige Klausur um über „Haben und Sein“ nachzudenken. Der „buy-nothing-day“, vor 18 Jahren in Vancouver geboren, wird in diesem Jahr volljährig. War er in den letzten Jahren einem bockigen Kind vergleichbar, das beschlossen hat, einen ganzen Tag lang nicht mit seinen Eltern zu sprechen und sich am „Ätsch, Ihr werdet schon sehen“-Faktor zu weiden, wird der Kauf-Nix-Tag in diesem Jahr erwachsen. Vielleicht nutzt er die Chance, sich zu entwickeln und sich neu zu erfinden.