Er kommt gerade aus der Druckerei: Der Slowretail Kalender 2011. Er widmet jeden Monat einem Slowretailer, den wir vielleicht vergessen oder noch nicht entdeckt haben. Zwölf ausgewählte, individuelle Ladenkonzepte, die Ruhepole in unserer Konsumlandschaft darstellen. Die mussten einfach mal auf Papier…
In der rheinländischen Provinz ist der Kunstbegriff Intrapreneur ein Fremdwort. Trotz der historisch bedingten Affinität zu frankophilen Einschüssen in der regionalen Sprache wird sich hier nur ein verschwindend geringer Teil der Bevölkerung einen Reim auf diese Wortschöpfung machen können. Auch den realen Intrapreneuren des Dorfes Barmen, 1.400 Seelen, der Stadt Jülich zugehörig, ist der Begriff vermutlich schleierhaft, sie wissen nicht um seine Bedeutung. Davon unbeeindruckt haben sie in den letzten Jahren ein Paradebeispiel von Intrapreneurship realisiert, das landauf-landab seinesgleichen sucht. Und zunehmend auch findet.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends gibt es in Barmen keinen einzigen Laden mehr. Keine Quelle der Bedarfsdeckung mit dem Nötigsten, keinen Ort der flüchtigen Begegnung für die Bürger. Die Leute treffen sich wortsinnig am Friedhofstor, die Ortsmitte wird geographisch durch den Post-Briefkasten im authentischen 70er- Stil definiert. Dabei ist Barmen schön, wenn man ihm einen zweiten Blick gönnt: Eine sich windende Durchgangsstraße, historische Gebäude, gepflegte Gärten. Nur eben kein Laden, keine Gaststätte. Vom Metzger, Bäcker oder Gemüsehändler ganz zu schweigen. Zuletzt hat die Sparkassen-Filiale den Ort aufgegeben und ein leeres Ladenlokal zurückgelassen.
Heinz Frey ist Barmener und Lehrer. Er ist überzeugt, dass sich ein Laden im Ort rechnen würde und befragt die Bürger des Ortes persönlich, was sie sich an Waren und Dienstleistungen wünschen. Er gewinnt die Gemeinde und „Dorf macht DORV in Jülich-Barmen.“ weiterlesen
In den letzten Wochen hatte ich (bisweilen auf Kosten der Schlagzahl hiesiger neuer Blogbeiträge) regen Anteil an der Konzeption und Redaktion einer völlig neuen Zeitung namens ‚retail intrapreneur‘, die sich mit einem, nach wie vor und nicht nur in der Handelslandschaft vernachlässigten, Management-Trend befasst: Dem Intrapreneurship (hier die eher dürftige Wikipedia-Definition des Begriffes). Sozusagen als Initiative für eine „slow-bewusste“ Art des Umgangs mit engagierten Mitarbeitern.
Mit meinen Freunden und Unternehmensentwicklern des Team Retail Excellence entwickelten wir aus eigener Überzeugung für die Sache eine eigene Zeitung, die den Entscheidern im Handel mutmachen soll, ihren Mitarbeitern mehr Verantwortung und Eigeninitiative anzuvertrauen.
Von 3,6 Mio. Beschäftigten im deutschprachigen Einzelhandel stufen allein in Deutschland 42 % ihre beruflichen Chancen als „eher schlecht“ ein. Nur 17 % können sich aber den Schritt in die eigene Selbständigkeit vorstellen. Folglich gibt es Millionen von potenziellen Intrapreneuren, die uns täglich in den Läden, Kaufhäusern und Shoppingmalls aller Art begegnen. Dies nicht selten ausgebremst, kaltgestellt, ritualisiert.
In der Zeitung ‚retail intrapreneur‘ stellen wir auf 20 großformatigen Seiten Beispiele für gelungenes Intrapreneurship vor. Wir interviewen z.B. Jochen Zeitz, den heutigen CEO von Puma, „Die Zeitung ‚retail intrapreneur‘.“ weiterlesen
Die Christliche Initiative Romero verbreitet aktuell eine Persiflage eines ALDI-Prospektes. Darin weist sie auf menschenrechtlich und arbeitsrechtlich bedenkliche Aspekte der von ALDI angebotenen Billigangebote hin.
Im Prospekt heisst es: „Die Schnäppchenhits von Aldi werden mit systematischen Verletzungen von Arbeits- und Frauenrechten bei globalen Zulieferern erkauft. Die meist weiblichen Beschäftigten arbeiten bis zu 91 Stunden pro Woche in den weltweiten Zulieferfabriken und können dennoch von ihren kargen Löhnen kaum leben. Der Arbeitsdruck ist enorm, Zeitarbeit ersetzt reguläre Festanstellungen und Fehler werden mit Geldbußen bestraft. Die Frauen können keine unabhängigen Gewerkschaften gründen. Auch in den Filialen von Aldi Süd wird Gewerkschaftsarbeit systematisch bekämpft.“
She’s gotta have it: Michaela Gielgen (strahlend in der Mitte) ist Gewinnerin des Fair-Handelspreises 2010 für ihren Concept Store Ludwig3 in Regensburg. Der Preis wurde gestern abend im Rahmen der Dortmunder Messe Fair 2010 erstmalig verliehen, es gab jeweils einen Gewinner in der Kategorie Weltläden, Lebensmittel und Textilhandel. Ludwig3 überzeugte die kritische Jury durch sein einzigartiges Konzept und konsequentem Sortiment aus fair-organischer Mode, Kosmetik, Food und vielem mehr. Der Laden war, wie hier schon berichtet, 2008 entstanden, nachdem „Ludwig3 gewinnt Fair-Handelspreis 2010.“ weiterlesen
Als Initiator des Slowretail Blog bin ich nun seit über drei Jahren unterwegs. Dies aus Leidenschaft für guten und individuellen Handel, wie der eifrige Verfolger der hiesigen Beiträge weiss.
Der Blog ist unabhängig, werbefrei und verfolgt keine kommerziellen Ziele, ich natürlich zum Selbsterhalt anderswie schon. Und fast von Anbeginn der Slowretail Zeitrechnung sind die Retail-Unternehmensentwickler vom Team Retail Excellence als Mitstreiter und Förderer bei Slowretail engagiert. Wir haben, neben den Büroräumen in der Düsseldorfer Spoerl-Fabrik, die Liebe zum Handel gemeinsam sowie den Wunsch nach Qualität und Inspiration beim Einkaufen.
Nun bieten wir zusammen individuellen, nicht-filialisierten Einzelhändlern eine persönliche Unterstützung an. Wenn Sie im operativen Tagesgeschäft oder in Ihrer Planung mehr Sicherheit brauchen, können Sie sich mit uns ohne finanziellen Aufwand zusammensetzen. Wir helfen mindestens für einen Termin pragmatisch und ohne Rechnung. „Händler, wo drückt der Schuh?“ weiterlesen
Das ist doch mal eine schöne Stellenanzeige des Konstanzer Mode-Einzelhändlers Etoile. So erschienen heute im Zentralorgan der Textil- und Modebranche „TextilWirtschaft“ auf einer halben Seite. Also, potenzielle 2. Ninas im Bodenseeraum: „Stellenanzeige, wertschätzend.“ weiterlesen
You can’t call him slow: Christian Rach, star cook from Hamburg, toured in recent years relentlessly in the German province of the country and helped restaurant owners to flavor their daily business again. With new recipes for food and marketing, often á la (last) minute before the business-soufflé fell apart. With his new initiative he seems to slow down at least geographically: Yesterday his new, weekly TV soap „Rachs Restaurant School“ started on RTL Germany, the set is located in the „Slowman Rach.“ weiterlesen
Parallel zu den bereits etablierten Kunstpunkten, an denen Düsseldorfer Künstler an einem Wochenende ihre Ateliers für Neugierige öffnen, finden in diesem Jahr erstmalig die Schmuckpunkte statt. Am 28. und 29. August 2010 sind im Süden der Stadt „Schmuckpunkte in Düsseldorf.“ weiterlesen
Pünktlich zur Modewoche in Berlin veranstaltet Utopia vom 3. bis 10. Juli die City Shopping Days in der Hauptstadt. Rund 40 ausgewählte Läden und Gastronomen, die sich den strategischen Konsumenten verschrieben haben, bieten in dieser Zeit besondere Aktionen, Rabatte, Geschenke oder Testaktionen. Hier findet sich die Liste der teilnehmenden Locations, die dort auch bewertet werden können. Utopia City Shopping in Berlin. weiterlesen
Slow kam er im Fernsehen ja nicht gerade rüber. Christian Rach, Sternekoch aus Hamburg, tourte in den letzten Jahren unermüdlich durch die deutschen Lande und half Provinzgastronomen, ihr fades Tagesgeschäft wieder neu zu würzen. Mit neuen Rezepten für Speisen und Marketing, oft in allerletzter Minute, bevor es wirtschaftlich richtig anbrannte. Nun scheint er sich mit seiner neuen Initiative zumindest räumlich entschleunigt zu haben: Im August startet seine neue „Slowman Rach.“ weiterlesen