Jetzt soll es so richtig sympathisch nachbarschaftlich werden bei Schlecker: Die nächste Familiengeneration der Schleckers rückt an und räumt den Laden auf. Dem Vernehmen nach wird der Konzern plötzlich zur Familie und alle (verprellte und noch nicht verschreckte Kunden gleichermassen) können sich auf harmonische Zeiten freuen.
Sie hätten zu lange auf sich einprügeln lassen, vermelden die Schleckers in ihrer ‘Jahresausgabe’ von “Schlecker informiert” (die Überschrift allein war viele Jahre lang ein Widerspruch in sich). Diesem Umstand entsprechend erstaunlich blessurfrei (oder einfach nur gut retuschiert) zeigen sie sich in der Titelmontage, die Buddenbrooks 2.0.
Alles aus Milch und mehr gibt es hier zu kaufen, seit über einem Jahrhundert schon und vorzugsweise aus regionaler Erzeugung. Es ist ein Laden wie ein Bilderbuch, die Fliesen wurden von Künstlern bei Villeroy & Boch in Dresden handbemalt. Der hohe Respekt der Gebrüder Pfund zu ihren Produkten und der Kundschaft hat sich bis heute eindrucksvoll erhalten, er ist in jedem Detail haptisch und atmosphärisch … Pfunds Milchladen in Dresden. weiterlesen
Uwe van Afferden sprengt Schubladen und fügt sie zugleich zu einem neuen Ganzen zusammen. Sein Laden ist Männer-Kaufhaus und Atelier in einem – der flüchtige Passant meint, er lebt darin. Es gibt Industriedesign-Klassiker neben handgewebtem Leinen, Denim und Leder. Alles limitiert, niemals imitiert. Uwe van Afferden blows up drawers and at the same time brings them together to form a new whole. His shop is … Van Afferden. weiterlesen
Ein gänzlich neuer Hotspot in Berlin’s Concept Store-Szene ist Voo in Kreuzberg. In einem Hinterhaus-Loft in der Oranienstrasse versammeln die Gründer allerlei, erfreulich erschwingliche, Mode-Labels mit Sinn für Qualität. Keine one-hit-wonder soll es hier geben sondern vertrauenswürdige Marken mit Potenzial und einem nachvollziehbaren Preis-Leistungs-Verhältnis. Ausserdem Bücher, Geschenke, ein Café… So flanscht man hier den Kreuzbergern keinen Luxus-Tempel in den Kiez „Voo in Berlin-Kreuzberg.“ weiterlesen
Die Immobilienkrise in den USA steckt vielen noch in den Knochen und so geht der Trend für traumatisierte, fortschrittliche Häuslebauer dort hin zum „Tiny House„. Für ein paar zehntausend Dollar bekommt man bereits diese Neuinterpretation des Trailer-House und wer es selber aufbaut, spart zusätzlich. Der neue Luxus ist, ganz im Zeichen der Entschleunigung, hier nun endlich wieder weniger Platz zu haben und sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Was dem Deutschen Laubenpieper schon seit Generation lieb und teuer, ist für die Ami’s eine echte Innovation. Vgl. Smart versus Pick-Up-Truck.
Die Strategischen Konsumenten von utopia.de beschwören den morgigen Kauf-Nix-Tag als alljährlich notwendige, eintägige Klausur um über „Haben und Sein“ nachzudenken. Der „buy-nothing-day“, vor 18 Jahren in Vancouver geboren, wird in diesem Jahr volljährig. War er in den letzten Jahren einem bockigen Kind vergleichbar, das beschlossen hat, einen ganzen Tag lang nicht mit seinen Eltern zu sprechen und sich am „Ätsch, Ihr werdet schon sehen“-Faktor zu weiden, wird der Kauf-Nix-Tag in diesem Jahr erwachsen. Vielleicht nutzt er die Chance, sich zu entwickeln und sich neu zu erfinden.
Er kommt gerade aus der Druckerei: Der Slowretail Kalender 2011. Er widmet jeden Monat einem Slowretailer, den wir vielleicht vergessen oder noch nicht entdeckt haben. Zwölf ausgewählte, individuelle Ladenkonzepte, die Ruhepole in unserer Konsumlandschaft darstellen. Die mussten einfach mal auf Papier…
Hermès ist auf dem Höhenflug. Zweistellig wachsen die Umsätze des Unternehmens gerade, das noch massgeblich in Familienhand ist und sich aktuell „freundlichen“ Anteilskäufen seitens des Luxus-Konzerns LVMH erwehrt.
Nun hat das Traditionslabel in seiner Heimatstadt Paris erstmalig die Seine überquert und in einem denkmalgeschützten Schwimmbad aus dem Jahre 1935 seinen neuesten Markentempel eingerichtet. Über 2.500 qm ehrwürdiger Platz für „Hermès in Paris.“ weiterlesen
In der rheinländischen Provinz ist der Kunstbegriff Intrapreneur ein Fremdwort. Trotz der historisch bedingten Affinität zu frankophilen Einschüssen in der regionalen Sprache wird sich hier nur ein verschwindend geringer Teil der Bevölkerung einen Reim auf diese Wortschöpfung machen können. Auch den realen Intrapreneuren des Dorfes Barmen, 1.400 Seelen, der Stadt Jülich zugehörig, ist der Begriff vermutlich schleierhaft, sie wissen nicht um seine Bedeutung. Davon unbeeindruckt haben sie in den letzten Jahren ein Paradebeispiel von Intrapreneurship realisiert, das landauf-landab seinesgleichen sucht. Und zunehmend auch findet.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends gibt es in Barmen keinen einzigen Laden mehr. Keine Quelle der Bedarfsdeckung mit dem Nötigsten, keinen Ort der flüchtigen Begegnung für die Bürger. Die Leute treffen sich wortsinnig am Friedhofstor, die Ortsmitte wird geographisch durch den Post-Briefkasten im authentischen 70er- Stil definiert. Dabei ist Barmen schön, wenn man ihm einen zweiten Blick gönnt: Eine sich windende Durchgangsstraße, historische Gebäude, gepflegte Gärten. Nur eben kein Laden, keine Gaststätte. Vom Metzger, Bäcker oder Gemüsehändler ganz zu schweigen. Zuletzt hat die Sparkassen-Filiale den Ort aufgegeben und ein leeres Ladenlokal zurückgelassen.
Heinz Frey ist Barmener und Lehrer. Er ist überzeugt, dass sich ein Laden im Ort rechnen würde und befragt die Bürger des Ortes persönlich, was sie sich an Waren und Dienstleistungen wünschen. Er gewinnt die Gemeinde und „Dorf macht DORV in Jülich-Barmen.“ weiterlesen
In den letzten Wochen hatte ich (bisweilen auf Kosten der Schlagzahl hiesiger neuer Blogbeiträge) regen Anteil an der Konzeption und Redaktion einer völlig neuen Zeitung namens ‚retail intrapreneur‘, die sich mit einem, nach wie vor und nicht nur in der Handelslandschaft vernachlässigten, Management-Trend befasst: Dem Intrapreneurship (hier die eher dürftige Wikipedia-Definition des Begriffes). Sozusagen als Initiative für eine „slow-bewusste“ Art des Umgangs mit engagierten Mitarbeitern.
Mit meinen Freunden und Unternehmensentwicklern des Team Retail Excellence entwickelten wir aus eigener Überzeugung für die Sache eine eigene Zeitung, die den Entscheidern im Handel mutmachen soll, ihren Mitarbeitern mehr Verantwortung und Eigeninitiative anzuvertrauen.
Von 3,6 Mio. Beschäftigten im deutschprachigen Einzelhandel stufen allein in Deutschland 42 % ihre beruflichen Chancen als „eher schlecht“ ein. Nur 17 % können sich aber den Schritt in die eigene Selbständigkeit vorstellen. Folglich gibt es Millionen von potenziellen Intrapreneuren, die uns täglich in den Läden, Kaufhäusern und Shoppingmalls aller Art begegnen. Dies nicht selten ausgebremst, kaltgestellt, ritualisiert.
In der Zeitung ‚retail intrapreneur‘ stellen wir auf 20 großformatigen Seiten Beispiele für gelungenes Intrapreneurship vor. Wir interviewen z.B. Jochen Zeitz, den heutigen CEO von Puma, „Die Zeitung ‚retail intrapreneur‘.“ weiterlesen