Slowretail Hollandaise.

Foto: nlstreets.nl

Auch in Holland gibt es ein Rezept á la Slowretail: Das Webportal NLstreets beschreibt sich selbst so: „Während immer mehr Menschen sich nach Authentizität sehnen, wird die niederländische Shoppingkultur immer austauschbarer. Folgen Sie den Shopping-Straßen in jeder Stadt und Sie werden überall die gleichen Ketten mit den gleichen Formeln finden, nicht wirklich ein inspirierendes Erlebnis.“

Meine Rede – zudem gibt es in Holland, mehr als hierzulande, noch intakte historische Strassenzüge mit wunderbaren Ladenfassaden, die eher einen wertschätzenden Slowretailer als hineingezwängten Standardfilialisten verdient haben.

Schön ist an der Seite, daß sie nach Städten und Straßen gegliedert ist, mit Suchfunktion, und (s.o.) eine teilweise „begehbare“ Galerie der Nachbarschaftsläden integriert. Man kann virtuell bummeln und per Klick eintreten, erhält Detailinformationen „Slowretail Hollandaise.“ weiterlesen

Kaufkraft wörtlich genommen.

Was für eine Geschichte! 40 Jahre führt der New Yorker Hercules Dimitratos seinen kleinen Lebensmittelladen bis er kurz vor dem endgültigen Aus steht. Seine Kunden aber wollen das nicht zulassen, sammeln 20.000 Dollar – und kaufen Hercules seinen Laden leer. Komplett, bis auf den letzten Artikel, um ihn zu retten. Hercules, zu Tränen gerührt, braucht sechs Stunden um alle 3.000 Artikel in seine Kasse zu … Kaufkraft wörtlich genommen. weiterlesen

Kauf nicht Nix, kauf besser!

Bild: utopia.de

Die Strategischen Konsumenten von utopia.de beschwören den morgigen Kauf-Nix-Tag als alljährlich notwendige, eintägige Klausur um über „Haben und Sein“ nachzudenken. Der „buy-nothing-day“, vor 18 Jahren in Vancouver geboren, wird in diesem Jahr volljährig. War er in den letzten Jahren einem bockigen Kind vergleichbar, das beschlossen hat, einen ganzen Tag lang nicht mit seinen Eltern zu sprechen und sich am „Ätsch, Ihr werdet schon sehen“-Faktor zu weiden, wird der Kauf-Nix-Tag in diesem Jahr erwachsen. Vielleicht nutzt er die Chance, sich zu entwickeln und sich neu zu erfinden.

Ich schenke ihm und Euch die Idee zum Geburtstag, Strategischem Konsum in seinem Wortsinn gerecht zu werden, „Kauf nicht Nix, kauf besser!“ weiterlesen

Dorf macht DORV in Jülich-Barmen.

Foto: Slowretail

In der rheinländischen Provinz ist der Kunstbegriff Intrapreneur ein Fremdwort. Trotz der historisch bedingten Affinität zu frankophilen Einschüssen in der regionalen Sprache wird sich hier nur ein verschwindend geringer Teil der Bevölkerung einen Reim auf diese Wortschöpfung machen können. Auch den realen Intrapreneuren des Dorfes Barmen, 1.400 Seelen, der Stadt Jülich zugehörig, ist der Begriff vermutlich schleierhaft, sie wissen nicht um seine Bedeutung. Davon unbeeindruckt haben sie in den letzten Jahren ein Paradebeispiel von Intrapreneurship realisiert, das landauf-landab seinesgleichen sucht. Und zunehmend auch findet.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends gibt es in Barmen keinen einzigen Laden mehr. Keine Quelle der Bedarfsdeckung mit dem Nötigsten, keinen Ort der flüchtigen Begegnung für die Bürger. Die Leute treffen sich wortsinnig am Friedhofstor, die Ortsmitte wird geographisch durch den Post-Briefkasten im authentischen 70er- Stil definiert. Dabei ist Barmen schön, wenn man ihm einen zweiten Blick gönnt: Eine sich windende Durchgangsstraße, historische Gebäude, gepflegte Gärten. Nur eben kein Laden, keine Gaststätte. Vom Metzger, Bäcker oder Gemüsehändler ganz zu schweigen. Zuletzt hat die Sparkassen-Filiale den Ort aufgegeben und ein leeres Ladenlokal zurückgelassen.

Heinz Frey ist Barmener und Lehrer. Er ist überzeugt, dass sich ein Laden im Ort rechnen würde und befragt die Bürger des Ortes persönlich, was sie sich an Waren und Dienstleistungen wünschen. Er gewinnt die Gemeinde und „Dorf macht DORV in Jülich-Barmen.“ weiterlesen

Händler, wo drückt der Schuh?

Foto: privat

Als Initiator des Slowretail Blog bin ich nun seit über drei Jahren unterwegs. Dies aus Leidenschaft für guten und individuellen Handel, wie der eifrige Verfolger der hiesigen Beiträge weiss.

Der Blog ist unabhängig, werbefrei und verfolgt keine kommerziellen Ziele, ich natürlich zum Selbsterhalt anderswie schon. Und fast von Anbeginn der Slowretail Zeitrechnung sind die Retail-Unternehmensentwickler vom Team Retail Excellence als Mitstreiter und Förderer bei Slowretail engagiert. Wir haben, neben den Büroräumen in der Düsseldorfer Spoerl-Fabrik, die Liebe zum Handel gemeinsam sowie den Wunsch nach Qualität und Inspiration beim Einkaufen.

Nun bieten wir zusammen individuellen, nicht-filialisierten Einzelhändlern eine persönliche Unterstützung an. Wenn Sie im operativen Tagesgeschäft oder in Ihrer Planung mehr Sicherheit brauchen, können Sie sich mit uns ohne finanziellen Aufwand zusammensetzen. Wir helfen mindestens für einen Termin pragmatisch und ohne Rechnung. „Händler, wo drückt der Schuh?“ weiterlesen

Utopia City Shopping in Berlin.

Pünktlich zur Modewoche in Berlin veranstaltet Utopia vom 3. bis 10. Juli die City Shopping Days in der Hauptstadt. Rund 40 ausgewählte Läden und Gastronomen, die sich den strategischen Konsumenten verschrieben haben, bieten in dieser Zeit besondere Aktionen, Rabatte, Geschenke oder Testaktionen. Hier findet sich die Liste der teilnehmenden Locations, die dort auch bewertet werden können. Utopia City Shopping in Berlin. weiterlesen

Die Stadtgeschwister in Neumünster.

Foto: Stadtgeschwister

Diese fünf sind eigentlich sechs und nicht miteinander verwandt, zumindest nicht familiär. Sie haben sich aus Frust über die Leblosigkeit der Neumünsteraner Handelslandschaft miteinander verbunden und ihre Läden und Kunden vernetzt. Es sind allesamt Geschäftsfrauen, die sich den ewigen Zweiflern in der norddeutschen Provinz mit Erfolg entgegenstellen. „Aus Liebe zum Detail“ untertiteln sie ihre Initiative „Stadtgeschwister„, auch in Anspielung an die weniger gängige Handelsbezeichnung Detailhandel. „Die Stadtgeschwister in Neumünster.“ weiterlesen

Savile Row Bespoke.

Foto: savilerowbespoke.com

Die Londoner Strasse Savile Row gilt weltweit als Synonym für die Kunst und das Handwerk der englischen Maßschneiderei. Der Savile Row Bespoke-Verband vereint die Gründerväter der „Row“ mit neuen Schneidern des „new establishment“, deren gemeinsamer Beruf sie im Stadtteil Mayfair über zwei Jahrhunderte lang etabliert hat.

Maßschneiderei ist die Haute Couture für Männer und die Savile Row hat jedes Testimonial der männlichen Eleganz von Nelson, Valentino und Astaire bis Sinatra, Jagger und Jude Law eingekleidet. Nicht zu erwähnen gekrönte Häupter, Staatsmänner und Kapitäne der Industrie, deren Namen zu nennen man hier viel zu diskret ist. „Savile Row Bespoke.“ weiterlesen

Die Perlfische in Düsseldorf.

Die individuellen Händler und Manufaktur-Ateliers im Düsseldorfer Stadtteil Pempelfort haben sich zu einem kreativen Netzwerk, den Perlfischen, zusammengetan, das sie miteinander verknüpft und gemeinsame Stärke gibt. In diesem Herbst fand erstmalig das nächtliche Perlfischen namens Nightfisch in den Fischgründen statt, ergänzt um den Dayfisch. Aber auch ausserhalb gemeinsamer Events halten die Kreativen in ihrem Quartier zusammen und haben erkannt, dass miteinander mehr Aufmerksamkeit zu erreichen ist. „Die Perlfische in Düsseldorf.“ weiterlesen

Wir sind was wir tun.

Das englische Web-Portal We Are What We Do ist eine Plattform für die Verantwortung jedes Einzelnen und seiner Taten. Es will nichts geringeres als einen Beitrag zur Weltverbesserung leisten, Denkanstösse liefern und Gemeinschaften bilden. Gegründet wurde es vom Sozialarbeiter David Robinson, der mit Community Links zuvor ein lokales, soziales Hilfsnetzwerk in London geschaffen hatte. Auf We Are What We Do sind inzwischen 390 verschiedene Aktionen … Wir sind was wir tun. weiterlesen