Ein inhabergeführtes Möbelhaus hat sich vor einem Jahr neu erfunden: Auf 8.000 m² sind Einrichtungen, Mode, Bücher, Designaccessoires und ein Restaurant kreativ vereint. Die Kunden sind längst zu Fans geworden und die regelmäßigen Parties der Wäscherei haben in Hamburg Kultstatus. Die Wäscherei, Mexikoring 27-29, 22297 Hamburg Der März im Slowretail Kalender 2013. Die Wäscherei in Hamburg. weiterlesen
Wäre dieser Laden nicht ein so traditionelles und alteingesessenes Fachgeschäft – man könnte ihn glatt für ein modernes Storekonzept für Home Textiles und Lingerie halten. Großartig und hoffentlich noch lange zu besuchen in der Koblenzer Löhrstraße 100. Natürlich keine Webseite. Die Aussteuer in Koblenz. weiterlesen
XXX ist ein 400 m² Loft, versteckt in einem Kreuzberger Hinterhof. Eine selektierte Auswahl an avantgardistischer Mode, Schmuck, Büchern, Musik und Kunst wird ebenso angeboten wie Getränke und ein Schlafplatz – ein Ort der Huldigung an die Liebe zur Kreativität. XXX Concept Store, Skalitzer Str. 33 (Aufgang B, 3. OG), 10999 Berlin Der Februar im Slowretail Kalender 2013. XXX Concept Store in Berlin. weiterlesen
Im Jahre 1823 gründete Josef Lobmeyr seinen Glashandel in Wien. Über die folgenden Generationen entwickelte und bewahrte das Unternehmen seinen internationalen Ruf für herausragende Handwerkskunst, die die Zeit überdauert und bis heute Manufaktur-Tradition mit der Moderne verbindet. J. & L. Lobmeyr, Kärntnerstr. 26, 1010 Wien Der Januar im Slowretail Kalender 2013. Lobmeyr in Wien. weiterlesen
Im dritten Jahr gibt es jetzt den Slowretail Kalender – und schon ist er komplett vergriffen. Was dem Kfz-Mechatroniker sein Pirelli-Schatz, ist dem Freund des guten, wertvollen Einzelhandels dieser Kalender. Er ist nach wie vor in keiner Weise käuflich (weder für Läden, die gerne hinein wollen noch für interessierte Besitzer eines Exemplars). Das ist so Programm, „Der Slowretail Kalender 2013.“ weiterlesen
aus dem heutigen Immobilien-Newsletter von Thomas Daily: KaDeWe und weitere Karstadt-Häuser für 1 Mrd. Euro verkauft Die österreichische Signa Holding um den Immobilieninvestor René Benko kauft für gut 1 Mrd. Euro mehrere Karstadt-Häuser in Deutschland, darunter das Berliner „Kaufhaus des Westens“ (KaDeWe). Einen entsprechenden Bericht der deutschen Online-Ausgabe des „Wall Street Journal“ haben Marktkreise gegenüber TD bestätigt. Der Deal soll allerdings erst Anfang des kommenden … Das KaDeWe ist verkauft. weiterlesen
Offline ist das neue Online: Entgegen der allgemeinen Branchenerwartungen kaufen, Umfragen* zufolge, viele Kunden wieder lieber im realen Geschäft um die Ecke als ihren Konsum online zu decken. Zeit wird’s und die geht auch nicht an den großen E-Commerce’lern von Amazon bis Zalando spurlos vorbei. So wird, anonymen Insidern zufolge, Zalando demnächst einen Teil der darbenden Karstadt Warenhäuser übernehmen. Es soll sich um die eher prominenteren Standorte in großen Städten handeln, die Zalando von Herrn Berggruen mietet (wie passenderweise ja auch schon die neuen Büroflächen in Berlin) und fortan unter eigenem Namen als sogenannter Vollsortimenter betreibt: Mit Mode, Schuhen, Kosmetik, Haushaltswaren und Home & Living-Abteilungen. Das neue Young Fashion-Konzept von Karstadt namens „K-Town“ wird, dem Vernehmen nach, in die Sortimentsauswahl integriert.
Für jene Warenhäuser, die gemeinhin als Problemkinder Karstadts gelten – in kleineren Orten und auf kleinerer Fläche – ist übrigens, Gerüchten zufolge, angedacht, mit Amazon „Zalando übernimmt Karstadt.“ weiterlesen
Nachdem der Spiegel jetzt berichtete, dass der Textildiscounter Takko seine Billigklamotten z.T. und über Umwege aus der Produktion in chinesischen Gefängnissen bezieht, zündelt die Ethik-Diskussion in der Textilbranche wieder etwas. Einerseits beruhigend, nachdem der Feuertod von fast 300 Menschen in einer pakistanischen Textilfabrik (u.a. KiK-Produzent) neulich fast unbemerkt blieb. Andererseits aber auch beunruhigend, wenn die westlichen Modefachleute zu zwei Dritteln laut einer Umfrage ihres Branchenorgans eigentlich keine Alternative sehen:
Bild: TextilWirtschaft
Die Fragestellung an sich ist schon genauso verkehrt, wie die globalen Beschaffungsriten. Hat es nun Takko mit China getroffen (erwischt!). KiK mit Pakistan (Schicksal, Kollateralschaden?) – oder sind nicht eher die Menschen in den Lädern die Betroffenen? Wohin führt das noch, wie hoch kann der humane Preis zugunsten des Spott-Verkaufspreises noch steigen? Vielleicht startet Takko bald mit einem Upgrade – einer Couture-Kollektion, Mady in Guantanamo…
Am 17. und 18. November 2012 findet wieder der Heldenmarkt im Berliner Postbahnhof (am Ostbahnhof) statt. Hier bündeln sich Händler, Hersteller, Institutionen und NGO’s, die sich alle dem Thema Nachhaltigkeit, Fairness und sozialer Verantwortung verschrieben haben. Jeder kann kommen, um sich über Projekte zu informieren, Neues aus der grünen Community zu erleben – oder schlichtweg um erste Weihnachtseinkäufe mit Mehrwert zu erledigen. Ein Projekt, das … Slowretail auf dem Heldenmarkt in Berlin. weiterlesen
Der wunderbare Chelsea Farmers Club in Düsseldorf lädt ein: Zum Guerilla Gig mit den Berliner Musikern von Freddy Fischer, ab 14 Uhr vor dem Laden in der Kasernenstr. – „bis die Polizei kommt“. Es gibt Gin, Vodka, Wasser und Sommerschnäppchen. Also hin! Guerilla Gig am Samstag in Düsseldorf. weiterlesen
Es gibt so Städte und Orte, die kennt man nicht. Man hat sie einfach nicht auf der persönlichen Landkarte. Und doch gibt es sie, haben sie eine eigene Identität, leben Menschen hier. Und handeln, engagieren und amüsieren und streiten sich. In loser Folge werden hier im Blog ein paar dieser verkannten Orte vorgestellt.
Foto: win-dor.de
Dorsten ist ein Appendix im Landkreis Recklinghausen, hat mit allen eigenen Gemeinden etwa 75.000 Einwohner. Früher, so scheint es, war hier alles besser: Bergbau, florierende Industrie, Textilfabriken, Kultur. Man sieht es noch an den wenigen, nicht im Krieg zerstörten, Altbauten im Straßenbild. Am alten Rathaus (der „Stadtwaage“ von 1567), dem Marktplatz, den üppigen Kotten im Umland. Je nach Stimmungslage empfindet man Dorsten als freundlich münsterländisch oder auch finsteres Ruhrgebiet.
Es braucht wohl einen triftigen Grund, sich ausgerechnet auf Dorsten einzulassen. Wer aber hineintaucht, wird einiges finden, das der Stadt eine gewisse Lebensqualität bringt.
Immerhin gibt es hier das älteste, dauerhaft im Betrieb befindliche, Franziskanerkloster Deutschlands, das – zugegeben – mangels weltlicher Öffnung keinen besonderen Erlebniswert bietet. Auch die Tatsache, daß Dorsten (wegen der durchfliessenden Lippe) in früheren Tagen einmal Hansestadt war, ist im Ortsgeist nicht spürbar und heute im Grunde irrelevant.
Wie überall aber finden sich auch in Dorsten Slowretailer, die sich gegen die, hier auch schon zugezogenen, Plattitüden H&M, Gerry Weber und Thalia behaupten. „Verkannte Orte: Dorsten.“ weiterlesen
Der Rat für Formgebung (German Design Council) hat mich zu seiner diesjährigen Retail Design-Tagung am 18. Oktober in Frankfurt als Referent eingeladen. Mein Thema: „Slowretail – Designtempel vs. Läden mit Seele„.
Wo etwa 150 Designer, Architekten und auch Retailleute zusammentreffen, kann es gefährlich sein, sich allein auf, vermeintlich innovative, Äußerlichkeiten für neue Handelskonzepte zu beschränken. Groß ist hier vermutlich die Verlockung, Reißbrettentwürfe auf den Thron zu heben – ohne dabei das Einzigartige und Besondere zu beachten, das Läden erst erfolgreich macht. Denn ein modern gestylter Laden hat noch lange keine Seele. Oft ist es gerade das Unperfekte, Improvisierte, das fasziniert und wieder kommen lässt.
Mal Hand auf’s Herz: Irgendwie weiß man doch heute schon kaum noch, ob man gerade in einem sanierten Karstadt-Haus oder in einem neuen, gehypten Monolabel-Store nach den Klamotten schaut, die ohnehin keiner wirklich braucht. „Der Rat für Formgebung lädt ein.“ weiterlesen