Das KaDeWe ist verkauft.

aus dem heutigen Immobilien-Newsletter von Thomas Daily: KaDeWe und weitere Karstadt-Häuser für 1 Mrd. Euro verkauft Die österreichische Signa Holding um den Immobilieninvestor René Benko kauft für gut 1 Mrd. Euro mehrere Karstadt-Häuser in Deutschland, darunter das Berliner „Kaufhaus des Westens“ (KaDeWe). Einen entsprechenden Bericht der deutschen Online-Ausgabe des „Wall Street Journal“ haben Marktkreise gegenüber TD bestätigt. Der Deal soll allerdings erst Anfang des kommenden … Das KaDeWe ist verkauft. weiterlesen

Zalando übernimmt Karstadt.

Montage: Slowretail
Schlechte Montage: Slowretail

Offline ist das neue Online: Entgegen der allgemeinen Branchenerwartungen kaufen, Umfragen* zufolge, viele Kunden wieder lieber im realen Geschäft um die Ecke als ihren Konsum online zu decken. Zeit wird’s und die geht auch nicht an den großen E-Commerce’lern von Amazon bis Zalando spurlos vorbei. So wird, anonymen Insidern zufolge, Zalando demnächst einen Teil der darbenden Karstadt Warenhäuser übernehmen. Es soll sich um die eher prominenteren Standorte in großen Städten handeln, die Zalando von Herrn Berggruen mietet (wie passenderweise ja auch schon die neuen Büroflächen in Berlin) und fortan unter eigenem Namen als sogenannter Vollsortimenter betreibt: Mit Mode, Schuhen, Kosmetik, Haushaltswaren und Home & Living-Abteilungen. Das neue Young Fashion-Konzept von Karstadt namens „K-Town“ wird, dem Vernehmen nach, in die Sortimentsauswahl integriert.

Für jene Warenhäuser, die gemeinhin als Problemkinder Karstadts gelten – in kleineren Orten und auf kleinerer Fläche – ist übrigens, Gerüchten zufolge, angedacht, mit Amazon „Zalando übernimmt Karstadt.“ weiterlesen

Takko-Couture aus Guantanamo.

Foto: Cicero

Nachdem der Spiegel jetzt berichtete, dass der Textildiscounter Takko seine Billigklamotten z.T. und über Umwege aus der Produktion in chinesischen Gefängnissen bezieht, zündelt die Ethik-Diskussion in der Textilbranche wieder etwas. Einerseits beruhigend, nachdem der Feuertod von fast 300 Menschen in einer pakistanischen Textilfabrik (u.a. KiK-Produzent) neulich fast unbemerkt blieb. Andererseits aber auch beunruhigend, wenn die westlichen Modefachleute zu zwei Dritteln laut einer Umfrage ihres Branchenorgans eigentlich keine Alternative sehen:

Bild: TextilWirtschaft

Die Fragestellung an sich ist schon genauso verkehrt, wie die globalen Beschaffungsriten. Hat es nun Takko mit China getroffen (erwischt!). KiK mit Pakistan (Schicksal, Kollateralschaden?) –  oder sind nicht eher die Menschen in den Lädern die Betroffenen? Wohin führt das noch, wie hoch kann der humane Preis zugunsten des Spott-Verkaufspreises noch steigen? Vielleicht startet Takko bald mit einem Upgrade – einer Couture-Kollektion, Mady in Guantanamo…

Sinnvoller wäre es allemal, wir würden die Ware Kleidung für unsere Eitelkeit wieder höher schätzen. Höher als z.B. LIDL „Takko-Couture aus Guantanamo.“ weiterlesen

Slowretail auf dem Heldenmarkt in Berlin.

Am 17. und 18. November 2012 findet wieder der Heldenmarkt im Berliner Postbahnhof (am Ostbahnhof) statt. Hier bündeln sich Händler, Hersteller, Institutionen und NGO’s, die sich alle dem Thema Nachhaltigkeit, Fairness und sozialer Verantwortung verschrieben haben. Jeder kann kommen, um sich über Projekte zu informieren, Neues aus der grünen Community zu erleben – oder schlichtweg um erste Weihnachtseinkäufe mit Mehrwert zu erledigen. Ein Projekt, das … Slowretail auf dem Heldenmarkt in Berlin. weiterlesen

Verkannte Orte: Dorsten.

Es gibt so Städte und Orte, die kennt man nicht. Man hat sie einfach nicht auf der persönlichen Landkarte. Und doch gibt es sie, haben sie eine eigene Identität, leben Menschen hier. Und handeln, engagieren und amüsieren und streiten sich. In loser Folge werden hier im Blog ein paar dieser verkannten Orte vorgestellt.

Foto: win-dor.de

Dorsten ist ein Appendix im Landkreis Recklinghausen, hat mit allen eigenen Gemeinden etwa 75.000 Einwohner. Früher, so scheint es, war hier alles besser: Bergbau, florierende Industrie, Textilfabriken, Kultur. Man sieht es noch an den wenigen, nicht im Krieg zerstörten, Altbauten im Straßenbild. Am alten Rathaus (der „Stadtwaage“ von 1567), dem Marktplatz, den üppigen Kotten im Umland. Je nach Stimmungslage empfindet man Dorsten als freundlich münsterländisch oder auch finsteres Ruhrgebiet.

Es braucht wohl einen triftigen Grund, sich ausgerechnet auf Dorsten einzulassen. Wer aber hineintaucht, wird einiges finden, das der Stadt eine gewisse Lebensqualität bringt.

Immerhin gibt es hier das älteste, dauerhaft im Betrieb befindliche, Franziskanerkloster Deutschlands, das – zugegeben – mangels weltlicher Öffnung keinen besonderen Erlebniswert bietet. Auch die Tatsache, daß Dorsten (wegen der durchfliessenden Lippe) in früheren Tagen einmal Hansestadt war, ist im Ortsgeist nicht spürbar und heute im Grunde irrelevant.

Wie überall aber finden sich auch in Dorsten Slowretailer, die sich gegen die, hier auch schon zugezogenen, Plattitüden H&M, Gerry Weber und Thalia behaupten. „Verkannte Orte: Dorsten.“ weiterlesen

Der Rat für Formgebung lädt ein.

Der Rat für Formgebung (German Design Council) hat mich zu seiner diesjährigen Retail Design-Tagung am 18. Oktober in Frankfurt als Referent eingeladen. Mein Thema: „Slowretail – Designtempel vs. Läden mit Seele„.

Wo etwa 150 Designer, Architekten und auch Retailleute zusammentreffen, kann es gefährlich sein, sich allein auf, vermeintlich innovative, Äußerlichkeiten für neue Handelskonzepte zu beschränken. Groß ist hier vermutlich die Verlockung, Reißbrettentwürfe auf den Thron zu heben – ohne dabei das Einzigartige und Besondere zu beachten, das Läden erst erfolgreich macht. Denn ein modern gestylter Laden hat noch lange keine Seele. Oft ist es gerade das Unperfekte, Improvisierte, das fasziniert und wieder kommen lässt.

Mal Hand auf’s Herz: Irgendwie weiß man doch heute schon kaum noch, ob man gerade in einem sanierten Karstadt-Haus oder in einem neuen, gehypten Monolabel-Store nach den Klamotten schaut, die ohnehin keiner wirklich braucht. „Der Rat für Formgebung lädt ein.“ weiterlesen

Buchtipp: Marktplätze der Welt.

Foto: editionpanorama.com

Der Bildband Marktplätze der Welt zeigt Impressionen der unterschiedlichsten Handelsorte weltweit. „Der Blick geht dabei nicht nur auf das bunte Kaleidoskop der Warenwelt, sondern hält auch fest, welches soziale Ereignis in der jeweiligen Handelskultur zu entdecken ist. Denn jenseits der anonymen Discounter, in denen Waren als normierte Massenprodukte angeboten werden, spielt sich auf Märkten häufig ein lebendiges Geschehen ab, das kein Supermarkt dieser Welt ersetzen kann“, so ein Auszug aus dem Klappentext des Verlags. „Buchtipp: Marktplätze der Welt.“ weiterlesen

Oukan in Berlin.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Natalie Viaux und ihr Partner Huy-Thong Tran Mai haben Mut. Ein paar Schritte zuviel muss man von der Friedrichstraße abweichen, um ihr Universum zu finden. „Your body is your temple“ ist des Ladens Motto, den einfach Laden zu nennen ihm unwürdig wäre.

Oukan ist wohl der konsequenteste Vertreter der aktuellen Concept Store-Manie, im Wortsinne folgt er einem Konzept, das so klar ist wie ein japanischer Bergsee. Es geht um ein eigenes Lebensgefühl, einer Wahrheit, die aus der Soto/Zen-Tradition stammt. Im persönlichen Gespräch fanden Natalie und ich schnell Gedanken zu Parallelen mit der Slowretail-Idee. Dies im Sinne der Entschleunigung und der Konzentration auf Weniges, das Eine und auf Qualität, Individualität.

So jagen die beiden Unternehmer – sie ist einschlägig erfahren in Kunst- und Retailprojekten und er als Designer u.a für Martin Margiela und Strenesse – nicht den üblichen Trendmarken hinterher und „Oukan in Berlin.“ weiterlesen

Future Retail 2020 – der Weg ist das Ziel.

Foto: reprisemedia.com

Wer hat Lust, mal an einer Befragung zur Zukunft des Shoppings teilzunehmen und einzuschätzen, was wann wie im nächsten Jahrzehnt im Einzelhandel anders wird?

Diesel bringt mit seiner Dieselcam Facebook in die Umkleide, Marc Jacobs verlost Tickets für seine Show auf der New York Fashion Week unter allen Foursquare Check-Ins in seinen Geschäften. Was sie verbindet ist ihr Antrieb, den Modernisierungsprozess im stationären Fashionhandel durch innovative Konzepte und Technologien voranzutreiben.

An diesem Punkt setzt das studentische Projekt „Future Store 3.0 – Fashion Shopping im Jahr 2020“ der Hochschule der Medien in Stuttgart an.
Zusammen mit Kennern der Szene aus den Bereichen eCommerce, Fashion, Retail, Design und Trendforschung hat ein Masterstudenten-Team der Hochschule Interviews geführt und daraus 100 Thesen herauskristallisiert, die schwerpunktmäßig die Themengebiete Omni-Channeling, Mobile, Social Shopping, Customer Experience und Shop-Design umfassen. Das Ganze non-profit und erfrischend konkret.

Noch bis 27. Juni steht die Online-Befragung zur Entwicklung des Einkaufsverhaltens in diesem Jahrzehnt im Netz zur Verfügung, „Future Retail 2020 – der Weg ist das Ziel.“ weiterlesen