Die Buchhandlung Proust in Essen.
Die Buchhandlung Proust in der diesjährigen Kulturhauptstadt Essen ist höchst lebendiges Beispiel für moderne Einzelhandelskultur. Sie bricht mit der Vorstellung, dass allein die große Auswahl zählt und führt z.B. der Mayerschen und Thalia überzeugend vor Augen, dass die Begeisterung und Pflege der eigenen Klientel eine Herzensangelegenheit von Mensch zu Mensch ist. Dabei beweist sie auch, dass individueller Buchhandel nichts mehr hat vom verstaubten Antiquariats-Dünkel und stellt sich optisch und inhaltlich erfrischend modern dar.

Die Stärken des inhabergeführten Handels werden konsequent gelebt: „Die Buchhandlung Proust in Essen.“ weiterlesen
Slowretail und die schnellen Güter.
Die alljährliche Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente ist die Hochburg der „fast moving consumer goods“. Jenen Produkten also, die – ob im Luxus- oder Discountgenre – als Lifestyle-Wohn-Accessoires, Dekoelemente, Geschenkartikel oder Gedeckter Tisch klassifiziert werden. Sieht man einmal von den notwendigen Alltagsprodukten wie Wasserglas, Geschirr/Besteck oder Haushaltskerze ab, ist das Gros der feilgebotenen Artikel, asketisch betrachtet, komplett überflüssig.
Wer braucht schon künstliche Steine mit Aufschriften wie „Liebe“, „Harmonie“ oder „OM“ (nein, Chantal, das sind keine mystischen Glücksspender!) oder sonstige Pseudo-Trends als Dekorationselemente in der heimischen Stube? Ist das der Versuch, die eigene Philosophie und Geisteshaltung, die unausgesprochenen Wünsche ans Leben gar, an schnelllebige Kitschpretiosen outzusourcen, mit denen man sich dann demonstrativ umgibt? Früher galt das anspruchsvoll gefüllte Regal mit (gelesenen!) Büchern als stolzes Abbild des eigenen Wesens – heute ist es das, so sinntriefend wie rückstandsfrei austauschbare, Weisheiten-Tattoo an der prosafreien Wohnzimmerwand. „Slowretail und die schnellen Güter.“ weiterlesen
Wolksvagen Verkswertretung.
Blickfang in Stuttgart.
Am kommenden Wochenende findet in der Stuttgarter Liederhalle wieder die Designmesse Blickfang statt. Bereits seit 18 Jahren treffen sich junge, unabhängige Designer auf der Veranstaltung, um ihre neuesten Entwürfe in Mode, Interior Design und Schmuck zu präsentieren, sie kommen mittlerweile aus ganz Europa. Neben Messen in Basel, Wien und Zürich findet die Messe mittlerweile auch in Tokyo statt. Wer Lust hat, macht mal einen Ausflug … Blickfang in Stuttgart. weiterlesen
Eine Zeitkonserve: Wächtershäuser Kurzwaren.

Aus dem Buch “Zeitkonserven – Frankfurter Traditionsgeschäfte”.
Wie viele Waren sein Angebot umfasst, kann Thomas Schmid gar nicht sagen. „Es werden etwa 40.000 sein“, schätzt er. 1998 begann er als Verkäufer bei Kurzwaren W. Wächtershäuser in der Töngesgasse und ist seit 2001 Geschäftsführer. In das Unternehmen kam er durch seine damalige Lebensgefährtin Sibylle Zolles, die hier bereits eine Ausbildung machte. Privat und geschäftlich sind die beiden längst getrennt, jedoch steht man in gutem Kontakt.
„Die Liebe ist gegangen, der Laden ist geblieben“, erzählt Thomas Schmid. So ist das manchmal.
Sibylle Zolles lebt mittlerweile in Wien und führt dort im 4. Bezirk ebenfalls einen alteingesessenen Laden: Alois Frimmel, Zum Alten Knopfkönig, gegründet 1844. Einmal im Monat kommt sie jedoch nach Frankfurt und schaut hier nach dem Rechten.
Während sie vom Fach ist – „ich war 1988 die Erste, die nach über 20 Jahren eine Lehre im Kurzwarenbereich machte“ -, ist Thomas Schmid branchenfremd. Ursprünglich lernte er einen technischen Beruf, aber der lag ihm nicht. Das Kaufmännische war schon eher sein Ding. „Es ist völlig egal, ob Sie Elektrokabel, Knöpfe oder Würste verkaufen, das Prinzip ist immer das gleiche.“
Und nur weil er einen Kurzwarenladen führe, müsse er noch lange nicht nähen können. Das wiederum können jedoch zwei Mitarbeiter, gelernte Schneider, die der Kundschaft – auch bei diffizileren Fragen – kompetent Rede und Antwort stehen. „Eine Zeitkonserve: Wächtershäuser Kurzwaren.“ weiterlesen
Shopping – schwarz-grün.
Manufactum schafft es immer wieder in die Feuilleton- und Politikrubriken der anspruchsvollen Gazetten. Mit metapher-reichen, sozio-kulturellen Vergleichen in der FAZ und Die Zeit könnte man sicher schon ein eigenes Büchlein füllen, nach dem Bestseller-Vorbild „Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt„. Nun analysiert heute Die Welt die Klientelcluster des Berliner Warenhauses von Manufactum und liefert eine kreative Glosse rund um Weck-Gläser, Milchwächter, dauerhaft engschnallbare Gürtel und … Shopping – schwarz-grün. weiterlesen
Graanmarkt 13 in Antwerpen.

Antwerpen hat seit Mitte Februar einen neuen Concept Store: Graanmarkt 13 ist Name und Adresse zugleich für das dreistöckige Erlebnis mit Mode, Möbeln und einem Restaurant. Die Stadtvilla wurde liebevoll restauriert und fein gemacht.

Die Stadtgeschwister in Neumünster.

Diese fünf sind eigentlich sechs und nicht miteinander verwandt, zumindest nicht familiär. Sie haben sich aus Frust über die Leblosigkeit der Neumünsteraner Handelslandschaft miteinander verbunden und ihre Läden und Kunden vernetzt. Es sind allesamt Geschäftsfrauen, die sich den ewigen Zweiflern in der norddeutschen Provinz mit Erfolg entgegenstellen. „Aus Liebe zum Detail“ untertiteln sie ihre Initiative „Stadtgeschwister„, auch in Anspielung an die weniger gängige Handelsbezeichnung Detailhandel. „Die Stadtgeschwister in Neumünster.“ weiterlesen
Etiqueta Negra in Mailand.

Namenstreu präsentiert sich das argentinische Sportswear-Label Etiqueta Negra in seinem neuen Mailänder Domizil. Gleich um die Ecke vom Kult-Concept Store Corso Como 10 hat man den ursprünglich weissen Industrie-Palazzo schwarz angepinselt. Googles Street View zeigt das Gebäude noch im ursprünglichen Zustand und verhehlt auch nicht die typisch milanesische Urbanität:

Loud! in Düsseldorf und Köln.
Die beiden Läden sind nicht so leicht zu finden. Das Store-Konzept Loud! versteckt sich in Düsseldorf im Wurmfortsatz einer Passage, in Köln im kiezigen Strassengewirr rund um die Mittelstraße. Aber das Suchen lohnt sich: Nicht nur internationale Modemarken wie Marc Jacobs, Anna Sui und Paul Smith sind hier versammelt sondern auch ein Potpourri an Einrichtungstools, Gimmicks, Spielzeug und Düften. Und wer etwas kauft, bekommt mit … Loud! in Düsseldorf und Köln. weiterlesen
Der Laden der Nächstenliebe.

Im Promi-Ort Kitzbühel geben sich die Millionäre die Klinke in die Hand, die Immobilienpreise steigen heftig und ein normales Leben ist für weniger betuchte Ureinwohner nur noch schwer möglich. Nun hat eine Kitzbühlerin (an ihrem 87. Geburtstag) mit Hilfe der Stadt einen Laden eröffnet, der es sozial schwachen Bürgern ermöglicht, Lebensmittel zu vergünstigten Preisen einzukaufen. „Der Laden der Nächstenliebe.“ weiterlesen
