Auch Prince slowt down.

Foto: faz.net

„Slowing down! Slowing down!“ – Das war die immerwiederholte Botschaft vom Immernochweltstar Prince gestern auf seinem einzigen Deutschland-Konzert der diesjährigen Tour in der immergrandiosen Berliner Waldbühne. Wobei er dennoch und mehr denn je das 17.500köpfige Publikum anfeuerte, animierte und herausforderte, auch auf der Bühne mittanzen ließ… bis er nach drei stramm gefüllten Stunden mit (fast) allen Hits und einigen überraschenden Cover-Tracks von Disco-(z.B. „Le Freak“ von Chic) und Rockklassikern nach eigenem Bekunden nicht mehr konnte. Und nach der vierten Zugabe ging, während seine Fans die sichtbare Abreise in der eskortierten Limousine live neben der Bühne mit WM-trainierten, prince-typischen „Ooh-We-Ooh“-Chören skandierten.

Zum neuen Entschleunigungsmotto des musikalischen Messias Prince Rogers Nelson passt auch, dass „Auch Prince slowt down.“ weiterlesen

Patagonia: entschleunigt erfolgreich.

Mit dem Begriff Entschleunigung ist dieser Blog untertitelt. Dazu passt dieses gute Video mit dem Gründer des Sportswear-Labels Patagonia, Yvon Chouinard, der seine Firma konsequent in Richtung sozialer und ökologischer Verantwortung entwickelt hat und selber seine Bedürfnisse auf das Wesentliche reduziert. via KarmaKonsum, danke Christoph. Patagonia: entschleunigt erfolgreich. weiterlesen

Slowretail und die schnellen Güter.

Die alljährliche Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente ist die Hochburg der „fast moving consumer goods“. Jenen Produkten also, die – ob im Luxus- oder Discountgenre – als Lifestyle-Wohn-Accessoires, Dekoelemente, Geschenkartikel oder Gedeckter Tisch klassifiziert werden. Sieht man einmal von den notwendigen Alltagsprodukten wie Wasserglas, Geschirr/Besteck oder Haushaltskerze ab, ist das Gros der feilgebotenen Artikel, asketisch betrachtet, komplett überflüssig.

Wer braucht schon künstliche Steine mit Aufschriften wie „Liebe“,  „Harmonie“ oder „OM“ (nein, Chantal, das sind keine mystischen Glücksspender!) oder sonstige Pseudo-Trends als Dekorationselemente in der heimischen Stube? Ist das der Versuch, die eigene Philosophie und Geisteshaltung, die unausgesprochenen Wünsche ans Leben gar, an schnelllebige Kitschpretiosen outzusourcen, mit denen man sich dann demonstrativ umgibt? Früher galt das anspruchsvoll gefüllte Regal mit (gelesenen!) Büchern als stolzes Abbild des eigenen Wesens – heute ist es das, so sinntriefend wie rückstandsfrei austauschbare, Weisheiten-Tattoo an der prosafreien Wohnzimmerwand. „Slowretail und die schnellen Güter.“ weiterlesen

Slow Paintings.

Foto: Museum Morsbroich

Das Museum Morsbroich in Leverkusen zeigt noch bis zum 7. Februar 2010 die Ausstellung Slow Paintings. Sie konzentriert sich auf Bilder der letzten fünf Jahrzehnte, die ungeachtet der Entwicklung zum ‚schnellen Bild‛ einem komplexen und lang andauernden Entstehungsprozess unterliegen.

Aus der Selbstbeschreibung: „Ausgehend von einem erweiterten Malerei-Begriff, beleuchtet die Ausstellung 60 Werke von international bekannten 32 Künstlerinnen und Künstlern auf den Aspekt ihrer Zeitlichkeit hin, auf die für sie benötigte Dauer in Produktion und Rezeption. … „Slow Paintings.“ weiterlesen

Buchtipp: Zeitkonserven.

Zeitkonserven
Cover: CoCon-Verlag, Foto: http://www.haraldschroeder.de

„Oft wirken die Geschäfte wie aus der Zeit gefallen. Nicht nur, was die Inneneinrichtung betrifft, die nicht selten seit ihrer Gründung unverändert ist. Hier blitzt kein Chrom, hier stehen nicht meterweise Glasregale und hier werden keine Eyecatcher am Eingang platziert. Stattdessen nimmt man sich Zeit für Beratung – man fühlt sich dem Kunden verpflichtet. Dieser Mikrokosmos kleiner Läden wirkt in der Metropole Frankfurt wie eine Zeitkonserve, die der Schnelllebigkeit und Kettenmentalität bis jetzt unbeirrt standgehalten hat.“

Mit diesen Sätzen beginnt das jüngst erschienene, bildreiche Buch „Zeitkonserven – Frankfurter Traditionsgeschäfte“ aus dem Hanauer CoCon-Verlag. In den nächsten Wochen werden wir, mit freundlicher Genehmigung des Verlages, hier im Blog einige Läden daraus vorstellen. „Buchtipp: Zeitkonserven.“ weiterlesen

Im Suk von Marrakesch.

Der Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger Elias Canetti (1905-1994) hat in seinem Buch „Die Stimmen von Marrakesch“ (1968) das Wesen der arabischen Suks (Basare) wunderbar beschrieben. Hier ein Auszug daraus, der zugleich sachliche Beschreibung und Liebeserklärung an den Handel ist.

SoukAleppo_Wikipedia
Foto: Wikipedia

Die Suks

Es ist würzig in den Suks, es ist kühl und farbig. Der Geruch, der immer angenehm ist, ändert sich allmäh­lich, je nach der Natur der Waren. Es gibt keine Namen und Schilder, es gibt kein Glas. Alles, was zu verkaufen ist, ist ausgestellt. Man weiß nie, was die Gegenstände kosten werden, weder sind sie an ihren Preisen aufgespießt, noch sind die Preise fest. „Im Suk von Marrakesch.“ weiterlesen

Das Potenzial der Entschleunigung.

www.viagaribaldi12.com
Foto: http://www.viagaribaldi12.com

Anläßlich der weltweit führenden Möbelmesse imm cologne veröffentlicht die Fachzeitschrift möbelkultur im Januar ein Sonderheft, den POS-Guide 2009. Ein Schwerpunktthema dieses Heftes sind Concept Stores, außerdem ist darin das untenstehende Interview mit dem Verfasser dieses Blogs zu finden. (In illustrierter pdf-Version gibt es das Interview übrigens auch hier zum Download).

 

Slowretail: Warum „cross-selling“ im Möbelhandel immer wichtiger wird.

DAS POTENZIAL DER ENTSCHLEUNIGUNG „Das Potenzial der Entschleunigung.“ weiterlesen