Butch in Düsseldorf.

Der Düsseldorfer Trendbezirk Pempelfort ist seit kurzem um ein mutiges Storekonzept reicher. Butch heißt der Laden, initiiert von Werbe- und Retailprofis, die mit beeindruckender Stilsicherheit ein zeitgemäßes Umfeld für Fans der individuellen Küche geschaffen haben. Ohne großen Eröffnungshype ging es im Dezember los und aus dem Geheimtipp für die Anwohner und Kreativen aus der Umgebung wird zunehmend eine kompetente Anlaufstelle für kochwütige Ästheten aus dem weiteren Umfeld. „Butch in Düsseldorf.“ weiterlesen

Kaufkraft wörtlich genommen.

Was für eine Geschichte! 40 Jahre führt der New Yorker Hercules Dimitratos seinen kleinen Lebensmittelladen bis er kurz vor dem endgültigen Aus steht. Seine Kunden aber wollen das nicht zulassen, sammeln 20.000 Dollar – und kaufen Hercules seinen Laden leer. Komplett, bis auf den letzten Artikel, um ihn zu retten. Hercules, zu Tränen gerührt, braucht sechs Stunden um alle 3.000 Artikel in seine Kasse zu … Kaufkraft wörtlich genommen. weiterlesen

Burg’s Kaffeerösterei in Hamburg.

Früher wurde Jens Burg aus Eppendorf von der Branche belächelt. Heute weiss der Meister der Kaffeeröstung, dass er sich nur wegen seines ausgefallenen Angebotes gegen „die Großen“ behaupten konnte. Lediglich drei von 300 kleinen Hamburger Ladenröstereien haben den gnadenlosen Konkurrenzkampf der Kaffeeriesen überlebt. Existenzsorgen aber quälen Burg nicht, sein Familienunternehmen boomt heute wie noch nie in den 88 Jahren seiner Geschichte. Burg’s Kaffeerösteri, Eppendorfer Weg … Burg’s Kaffeerösterei in Hamburg. weiterlesen

Bonbons Dürnberger in Wien.

Evelyne Dürnbergers Familie fertigt seit 50 Jahren, neben allerlei Schokoladigem, nach wie vor Österreichs einzige Rum- und Likörpastillen. Die Rettung des ältesten Wiener Zuckerlgeschäftes löste im Jahre 2002 den bis dahin nomadisierten Bauchladenvertrieb der eigenen Produkte ab und heute überraschen die Dürnbergers als bekennende Schokoholics ihre Kunden in der Neubaugasse mit traditionellen und innovativen Leckereien. Bonbons Dürnberger, Neubaugasse 18, 1070 Wien. Bonbons Dürnberger ist „der … Bonbons Dürnberger in Wien. weiterlesen

Fiedlers Fischmarkt in Bremerhaven.

So museal die Inszenierung, so frisch der Fisch. Der Laden ist eine Legende, bekannt nicht nur für seine, nach wohl gehüteten Familienrezepten geräucherten, Delikatessen. Die bis heute handwerkliche Produktion in alten „Altonaer Stahlöfen“ kommt ohne Zusätze und Konservierung aus. Und wer (wie mittlerweile über eine Million Kunden jährlich) die historische Packhalle im Fischereihafen besucht, trägt seinen Einkauf in hygienetauglich reproduziertem Zeitungspapier von 1906 nach Hause. … Fiedlers Fischmarkt in Bremerhaven. weiterlesen

Pfunds Milchladen in Dresden.

Alles aus Milch und mehr gibt es hier zu kaufen, seit über einem Jahrhundert schon und vorzugsweise aus regionaler Erzeugung. Es ist ein Laden wie ein Bilderbuch, die Fliesen wurden von Künstlern bei Villeroy & Boch in Dresden handbemalt. Der hohe Respekt der Gebrüder Pfund zu ihren Produkten und der Kundschaft hat sich bis heute eindrucksvoll erhalten, er ist in jedem Detail haptisch und atmosphärisch … Pfunds Milchladen in Dresden. weiterlesen

Dorf macht DORV in Jülich-Barmen.

Foto: Slowretail

In der rheinländischen Provinz ist der Kunstbegriff Intrapreneur ein Fremdwort. Trotz der historisch bedingten Affinität zu frankophilen Einschüssen in der regionalen Sprache wird sich hier nur ein verschwindend geringer Teil der Bevölkerung einen Reim auf diese Wortschöpfung machen können. Auch den realen Intrapreneuren des Dorfes Barmen, 1.400 Seelen, der Stadt Jülich zugehörig, ist der Begriff vermutlich schleierhaft, sie wissen nicht um seine Bedeutung. Davon unbeeindruckt haben sie in den letzten Jahren ein Paradebeispiel von Intrapreneurship realisiert, das landauf-landab seinesgleichen sucht. Und zunehmend auch findet.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends gibt es in Barmen keinen einzigen Laden mehr. Keine Quelle der Bedarfsdeckung mit dem Nötigsten, keinen Ort der flüchtigen Begegnung für die Bürger. Die Leute treffen sich wortsinnig am Friedhofstor, die Ortsmitte wird geographisch durch den Post-Briefkasten im authentischen 70er- Stil definiert. Dabei ist Barmen schön, wenn man ihm einen zweiten Blick gönnt: Eine sich windende Durchgangsstraße, historische Gebäude, gepflegte Gärten. Nur eben kein Laden, keine Gaststätte. Vom Metzger, Bäcker oder Gemüsehändler ganz zu schweigen. Zuletzt hat die Sparkassen-Filiale den Ort aufgegeben und ein leeres Ladenlokal zurückgelassen.

Heinz Frey ist Barmener und Lehrer. Er ist überzeugt, dass sich ein Laden im Ort rechnen würde und befragt die Bürger des Ortes persönlich, was sie sich an Waren und Dienstleistungen wünschen. Er gewinnt die Gemeinde und „Dorf macht DORV in Jülich-Barmen.“ weiterlesen

Kochhaus in Berlin.

Foto: kochhaus.de

Eine leckeres Start-up hat Ramin Goo da mit seinen Mitstreitern realisiert: Das Kochhaus. Vielleicht lag es am täglichen Arbeitspensum des ehemaligen Consultants einer renommierten Beraterschmiede, jedenfalls fehlte Ramin beim abendlichen Lebensmitteleinkauf oft die Inspiration und jene „Convenience“, zu der er seinen Beratungskunden aus dem Handel immer riet. Seinen Traum eines begehbaren Kochbuches mit täglich wechselnden Gerichten hat er mit dem Kochhaus nun wahr gemacht.

In bester Ecklage des „old school“ Schöneberger Wohnkiezes an der West-Berliner Akazienstrasse (endlich mal nicht im innovations-überfrachteten Prenzlauer Berg) können der geneigte Freizeitkoch oder die temporär uninspirierte Hausfrau „Kochhaus in Berlin.“ weiterlesen

Buchtipp: Schöne Geschäfte (in Hamburg).

Foto: Junius Verlag

In bester Slowretail Tradition aus hanseatischer Sicht ist gerade das Buch „Schöne Geschäfte – Außergewöhnliche Läden in Hamburg“ im Junius Verlag erschienen.

Vorwort aus dem Buch:

„Renditedruck? Verdrängungswettbewerb? Filialisierung? Für die Hamburger Geschäfte in diesem Bildband ist das kein Thema, denn sie haben ein konkurrenzloses Angebot und ihre Inhaber und Inhaberinnen sind niemandem Rechenschaftspflichtig außer sich selbst. Mit Originalität, kompromissloser Spezialisierung, handwerklichem Können und ästhetischem Eigensinn schlagen diese neuen und alteingesessenen Hamburger Geschäfte den Gesetzen des Einzelhandels ein Schnippchen. So unterschiedlich die Läden auch sind, eins unterscheidet den Porzellandoktor, den Tropenausstatter genauso wie den „Buchtipp: Schöne Geschäfte (in Hamburg).“ weiterlesen

Slowman Rach.

photo: tafelhaus-hamburg.de

You can’t call him slow: Christian Rach, star cook from Hamburg, toured in recent years relentlessly in the German province of the country and helped restaurant owners to flavor their daily business again. With new recipes for food and marketing, often á la (last) minute before the business-soufflé fell apart. With his new initiative he seems to slow down at least geographically: Yesterday his new, weekly TV soap „Rachs Restaurant School“ started on RTL Germany, the set is located in the „Slowman Rach.“ weiterlesen

Slowman Rach.

Foto: tafelhaus-hamburg.de

Slow kam er im Fernsehen ja nicht gerade rüber. Christian Rach, Sternekoch aus Hamburg, tourte in den letzten Jahren unermüdlich durch die deutschen Lande und half Provinzgastronomen, ihr fades Tagesgeschäft wieder neu zu würzen. Mit neuen Rezepten für Speisen und Marketing, oft in allerletzter Minute, bevor es wirtschaftlich richtig anbrannte. Nun scheint er sich mit seiner neuen Initiative zumindest räumlich entschleunigt zu haben: Im August startet seine neue „Slowman Rach.“ weiterlesen