Rettet Herrn von Eden!

Wie die TextilWirtschaft heute meldet, hat Herr von Eden einen Insolvenzantrag gestellt. Damit läuft einer der ambitioniertesten und leidenschaftlichsten „mono brander“ unseres Landes Gefahr, vom Markt zu verschwinden. Mein Apell: Kauft was das Zeug hält und unterstützt Herrn Jensen nach Strich und Faden. Er hat’s verdient und will im September selber eine Solidaritätsaktion mit prominenten Fans und Kunden starten. Rettet Herrn von Eden! weiterlesen

Slowretail Seminar: Einzelhandel mit Seele.

Am letzten Montag fand es zum ersten Mal statt: Das Slowretail Seminar „Einzelhandel mit Seele – Wachstum durch Entschleunigung“. Sechs Einzelhändler trafen sich im Gladbecker kreativAmt und waren gespannt auf einen voll gepackten Tag mit Impulsen zu aktuellen Retailtrends, aktiven Workshops und gegenseitigem Erfahrungsaustausch. Ich hatte schon länger die Idee eines Seminars, speziell für kleine und mittelständische Einzelhändler und im Vorfeld intensiv daran gearbeitet, wie man es wertvoll für die Teilnehmer macht.

Die Beteiligten kamen aus vielfältigen Branchen: Schmuck, Mode, Küchen, Lebensmittel, Bücher und Friseurhandwerk. Alle eint die vielfältigen Herausforderungen, vor denen Ladenbesitzer heute stehen – vier von diesen wurden in Workshops bearbeitet:

  • „Mein Laden ist meine Marke“ – Wie schaffe ich es, eine einzigartige Marke zu bilden?
  • „Gekauft wird, was gefällt“ – Über die Kraft spannender und inspirierender Sortimente
  • „Das muss ich unbedingt erzählen!“ – Wie Kunden zu Fans werden und immer wieder kommen
  • „Multi-Channel-Retail“ – Was von dem Online-Hype ist für mich als Händler relevant?

Zu Beginn des Seminars legte ich eine Präsentation vor, die die große, weite Welt des individuellen Einzelhandels beleuchtet und „Slowretail Seminar: Einzelhandel mit Seele.“ weiterlesen

Chancen für Dorsten. Und anderswo.

Bild: Wikipedia
Bild: Wikipedia

In meinem Beitrag zur Stadt Dorsten als Verkanntem Ort hatte ich bereits die ehemals stolze Hanse-Depandance zwischen Ruhrgebiet und Münsterland kurz vorgestellt. Nun bieten sich hier, meiner Wahlheimat, neue Entwicklungschancen in der einzelhändlerischen Vielfalt, in der Qualität als Einkaufsstadt mit regional breiterer Relevanz. Das alte Einkaufszentrum „Lippetor“, seit Jahren verriegelt und längst nur noch von Fledermäusen besucht, soll abgerissen und ein neues – die Mercaden Dorsten – errichtet werden. Schon erfreulich, dass ein Investor aus dem Rheinland hier Potenzial sieht und einige dutzend Millionen verbauen will. Allerdings gibt es bisher in den Plänen keine Hinweise darauf, dass hier mehr entsteht als nur ein weiteres Standardcenter mit den üblichen Modeketten, Eiscafé und Lebensmittler als Anker. Also ein Klonkrieger in der Schlacht des Wettbewerbs im inspirationsfreien Konsum, wenn nicht „Chancen für Dorsten. Und anderswo.“ weiterlesen

Einzelhandelspoesie.

Ein schönes Fundstück im Netz ist die Seite Einzelhandelspoesie. Da hat jemand klassische, abstruse und bisweilen schlüpfrige Werbereime aus Handel und Gewerbe gesammelt – leider nur bis 2009, sodass ein Blick in die Seite schnell angeraten ist. Bevor sie möglicherweise offline geht, was bedauerlich wäre. Ich würde noch ein Bild dieser bunten Linienbusse ergänzen (wenn ich denn eins hätte), auf denen die Mayersche Buchhandlung in … Einzelhandelspoesie. weiterlesen

Slowretail Vortrag auf der Rakuten Expo in Bamberg.

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Immer wieder werde ich auf Kongresse und Fachtagungen für Einzelhändler eingeladen, um dort mit einem Referat die Slowretail-Initiative vorzustellen. Ich bringe dann, statt nüchterner Zahlen und Kurvencharts, eine breite Palette von weltweiten Retail-Beispielen mit, die erfolgreich und inspirierend modernen Einzelhandel machen. Umso erstaunter war ich neulich, als ich nach einem Vortrag auf der Tagung eines Branchenverbandes von einem der Zuhörer zur bevorstehenden Rakuten Expo (am 11. Mai in Bamberg) als Redner gebeten wurde: Rakuten.de ist ein großer Online-Marktplatz – und mein Vortragsthema bei der Branchentagung hieß „Offline ist das neue Online“…

Ich hatte in meiner Präsentation virtuell „den Strom abgeschaltet“ und beleuchtet, was bleibt, wenn wir einmal den ganzen Online-Hype vergessen und uns auf die wahre Qualität des stationären Einzelhandels fokussieren. Den zuhörenden Fachhändlern gefiel es und ich habe immer Spaß, ihnen einerseits einen Spiegel mit ihren Defiziten in Sachen Kundeninspiration und eigener Abgrenzung zum Wettbewerb vorzuhalten, andererseits aber auch Mut zu machen, „Slowretail Vortrag auf der Rakuten Expo in Bamberg.“ weiterlesen

Slowretail in der brandeins.

0f3eb497edWas das Wirtschaftsmagazin brandeins ausmacht, ist sein unerschütterlicher Optimismus. Nun überträgt es diesen auf eine Branche, die gerne selber am lautesten jammert und ihren Untergang orakelt: den klassischen, stationären Handel. Die April-Ausgabe des Magazins, Titel „Sie wünschen? – Die Zukunft des Handels“, ist ein Plädoyer für die Chancen des modernen Einzelhandels. Gespickt mit Unternehmergeschichten, Geschäftsideen, Fallstudien und Zahlen. Vor allem aber wird hier endlich mal Mut gemacht für die emotionale und wirtschaftliche Kraft des guten Einzelhandels.

Die brandeins lässt sich nicht hinreissen, den Onlinehandel zu glorifizieren oder zu verdammen. Alles hat seine Berechtigung, Hauptsache „Slowretail in der brandeins.“ weiterlesen

The Box in Hamburg.

Mitten in Altona bespielen drei Ästheten eine ehemalige Maschinenfabrik mit einer eigenen Interpretation hanseatischen Understatements. The Box ist in Wahrheit eine ehrwürdige, 800 qm einnehmende, industriell-sakrale Halle und ein Paradebeispiel des Cross Selling: Vintage Möbel, Kunst und neue Bücher sind so wild wie stilsicher durchmischt, ein Bistro teilt sich den Nebenraum mit einem ambitionierten Küchensortiment. Der Wirt bringt den Schoppen oder bretonische Crêpes auch an den – kaufbaren – Designertisch mit Geschichte. Der Blick aus dem Sofa inmitten der „Basilika“ fällt auf die Bühne an der Stirnseite der Halle, wo Schlagzeug plus E-Gitarre „The Box in Hamburg.“ weiterlesen

Antiquariat und Galerie Buchholz in Köln.

Diese Räume sind eine einzigartige Symbiose: Daniel Buchholz kombiniert den traditionsreichen Laden des Vaters, ein gediegen-klassisches Antiquariat, mit seiner asketischen Galerie moderner Kunst in den hinteren Räumen. Beide Welten erheben sich gegenseitig, der Weg ist ein Hochgenuss. Antiquariat und Galerie Buchholz, Neven-DuMont-Str. 17, 50667 Köln Der April im Slowretail Kalender 2013. (Fotos: Courtesy Galerie Buchholz, Köln) Antiquariat und Galerie Buchholz in Köln. weiterlesen

Per App durch die Mall? Nein danke.

Bild: thegrumbler.net/Victor Kerlow
Bild: thegrumbler.net/Victor Kerlow

Es ist wohl eine Verzweiflungstat der ECE-Manager: Heute geben die Shopping Mall-Betreiber stolz bekannt, dass sie sich ihre Kunden der Zukunft als Smartphone-abhängige Konsumzombies vorstellen – und finden so doch geschickt eine pseudo-modernistische Ausrede zur Hoffnungslosigkeit der Einkaufszentren. Aber sie finden keine Lösung.

Die Presseerklärung der ECE über die, seit heute prototypisch zu sogenannten Future Labs mutierten, Standard-Malls „Alstertal-Einkaufszentrum“ (Hamburg) und – ausgerechnet dem Moloch – „Limbecker Platz“ (Essen) ist für die Zukunft der Shopping Malls entmutigender als vieles, das die Betreiber in der Vergangenheit zur überfälligen Attraktivitätssteigerung ihrer Kolosse erdachten. So sieht man bei ECE allen Ernstes das Seelenheil der EKZ’s darin, dass die Besucher mit der Nase im ECE-App durch die Mall streifen. Auf der Suche nach Angeboten, die ohnehin keiner sucht. Und die mehrheitlich natürlich nicht „Per App durch die Mall? Nein danke.“ weiterlesen