Der Arge-Supermarkt.

Heute in Spiegel Online: Das Hamburger Job-Center „Team Arbeit Hamburg“ investiert Millionen in eine deutschlandweit einzigartige Maßnahme zur beruflichen Re-Integration von Arbeitslosen: Im Bezirk Steilshoop trainieren Hartz IV-Empfänger das richtige Arbeitsleben in einem eigenen Attrappen-Supermarkt, der nur für sie existiert – sei es an der Kasse, im Lager, als Einkäufer. Die 6000 Produkte sind nur teilweise echt und werden von aufblasbaren Käselaibern, leeren Fischverpackungen und … Der Arge-Supermarkt. weiterlesen

Neu-Auflage der Tante Emma: Temma in Köln.

Bild: temma.de

Ok, zugegeben, Namensfindung ist nicht immer einfach und wer das schon das ein oder andere Mal hinter sich gebracht hat, der wird das sicher bestätigen können.  Nun denn, so hat sich die Rewe Group dann die Sache recht einfach gemacht und von der Tante das „T“ und von der Emma den ganzen Rest genommen – und fertig ist Temma. Aus meiner Sicht sicher irgendwie gewöhnungsbedürftig. Namen sind ja bekanntlich aber auch Schall und Rauch und schließlich zählen auch vermehrt die inneren Werte, und die können sich bei Temma wirklich sehen lassen.

Foto: temma.de

Das Sortiment ist wirklich schön, wobei selbiges im Prinzip zum Großteil „Standard-Bio-Supermarkt“ Waren enthält, jedoch aufgepeppt durch einige sehr nett gemachte Eigenmarken, mehrheitlich mit regionalem Bezug. Generell haben sich die Macher ernorm viel Mühe gegeben, dass Temma nicht zu biomarktmäßig rüberkommt und das ist ihnen durchaus gelungen. „Neu-Auflage der Tante Emma: Temma in Köln.“ weiterlesen

Patagonia: entschleunigt erfolgreich.

Mit dem Begriff Entschleunigung ist dieser Blog untertitelt. Dazu passt dieses gute Video mit dem Gründer des Sportswear-Labels Patagonia, Yvon Chouinard, der seine Firma konsequent in Richtung sozialer und ökologischer Verantwortung entwickelt hat und selber seine Bedürfnisse auf das Wesentliche reduziert. via KarmaKonsum, danke Christoph. Patagonia: entschleunigt erfolgreich. weiterlesen

Selexyz Dominicanen in Maastricht.

Für den Sonntagsausflug: Der Buchladen Selexyz Dominicanen hat sein Domizil in einer Dominikaner-Kirche im Herzen von Maastricht gefunden. Spektakuläre Einrichtung und professionelles Licht gestalten die 1.200 ansonsten naturbelassenen Quadratmeter in eindrucksvoller Weise. Und im Café im einstigen Altarbereich lässt es sich bestens über Gott und die Welt der Bücher philosophieren. Selexyz Dominicanen, Dominikanerstraat 1, 6211 Maastricht. (auch) Sonntags geöffnet, von 12 bis 17 Uhr. Selexyz Dominicanen in Maastricht. weiterlesen

Die Buchhandlung Proust in Essen.

Die Buchhandlung Proust in der diesjährigen Kulturhauptstadt Essen ist höchst lebendiges Beispiel für moderne Einzelhandelskultur. Sie bricht mit der Vorstellung, dass allein die große Auswahl zählt und führt z.B. der Mayerschen und Thalia überzeugend vor Augen, dass die Begeisterung und Pflege der eigenen Klientel eine Herzensangelegenheit von Mensch zu Mensch ist. Dabei beweist sie auch, dass individueller Buchhandel nichts mehr hat vom verstaubten Antiquariats-Dünkel und stellt sich optisch und inhaltlich erfrischend modern dar.

Foto: http://www.peter-stockhausen.de

Die Stärken des inhabergeführten Handels werden konsequent gelebt: „Die Buchhandlung Proust in Essen.“ weiterlesen

Slowretail und die schnellen Güter.

Die alljährliche Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente ist die Hochburg der „fast moving consumer goods“. Jenen Produkten also, die – ob im Luxus- oder Discountgenre – als Lifestyle-Wohn-Accessoires, Dekoelemente, Geschenkartikel oder Gedeckter Tisch klassifiziert werden. Sieht man einmal von den notwendigen Alltagsprodukten wie Wasserglas, Geschirr/Besteck oder Haushaltskerze ab, ist das Gros der feilgebotenen Artikel, asketisch betrachtet, komplett überflüssig.

Wer braucht schon künstliche Steine mit Aufschriften wie „Liebe“,  „Harmonie“ oder „OM“ (nein, Chantal, das sind keine mystischen Glücksspender!) oder sonstige Pseudo-Trends als Dekorationselemente in der heimischen Stube? Ist das der Versuch, die eigene Philosophie und Geisteshaltung, die unausgesprochenen Wünsche ans Leben gar, an schnelllebige Kitschpretiosen outzusourcen, mit denen man sich dann demonstrativ umgibt? Früher galt das anspruchsvoll gefüllte Regal mit (gelesenen!) Büchern als stolzes Abbild des eigenen Wesens – heute ist es das, so sinntriefend wie rückstandsfrei austauschbare, Weisheiten-Tattoo an der prosafreien Wohnzimmerwand. „Slowretail und die schnellen Güter.“ weiterlesen

Blickfang in Stuttgart.

Am kommenden Wochenende findet in der Stuttgarter Liederhalle wieder die Designmesse Blickfang statt. Bereits seit 18 Jahren treffen sich junge, unabhängige Designer auf der Veranstaltung, um ihre neuesten Entwürfe in Mode, Interior Design und Schmuck zu präsentieren, sie kommen mittlerweile aus ganz Europa. Neben Messen in Basel, Wien und Zürich findet die Messe mittlerweile auch in Tokyo statt. Wer Lust hat, macht mal einen Ausflug … Blickfang in Stuttgart. weiterlesen

Eine Zeitkonserve: Wächtershäuser Kurzwaren.

Foto: http://www.haraldschroeder.de

Aus dem Buch “Zeitkonserven – Frankfurter Traditionsgeschäfte”.

Wie viele Waren sein Angebot umfasst, kann Thomas Schmid gar nicht sagen. „Es werden etwa 40.000 sein“, schätzt er. 1998 begann er als Verkäufer bei Kurzwaren W. Wächtershäuser in der Töngesgasse und ist seit 2001 Geschäftsführer. In das Unternehmen kam er durch seine damalige Lebensgefährtin Sibylle Zolles, die hier bereits eine Ausbildung machte. Privat und geschäftlich sind die beiden längst getrennt, jedoch steht man in gutem Kontakt.

„Die Liebe ist gegangen, der Laden ist geblieben“, erzählt Thomas Schmid. So ist das manchmal.

Sibylle Zolles lebt mittlerweile in Wien und führt dort im 4. Bezirk ebenfalls einen alteingesessenen Laden: Alois Frimmel, Zum Alten Knopfkönig, gegründet 1844. Einmal im Monat kommt sie jedoch nach Frankfurt und schaut hier nach dem Rechten.

Während sie vom Fach ist – „ich war 1988 die Erste, die nach über 20 Jahren eine Lehre im Kurzwarenbereich machte“ -, ist Thomas Schmid branchenfremd. Ursprünglich lernte er einen technischen Beruf, aber der lag ihm nicht. Das Kaufmännische war schon eher sein Ding. „Es ist völlig egal, ob Sie Elektrokabel, Knöpfe oder Würste verkaufen, das Prinzip ist immer das gleiche.“

Und nur weil er einen Kurzwarenladen führe, müsse er noch lange nicht nähen können. Das wiederum können jedoch zwei Mitarbeiter, gelernte Schneider, die der Kundschaft – auch bei diffizileren Fragen – kompetent Rede und Antwort stehen. „Eine Zeitkonserve: Wächtershäuser Kurzwaren.“ weiterlesen

Shopping – schwarz-grün.

Manufactum schafft es immer wieder in die Feuilleton- und Politikrubriken der anspruchsvollen Gazetten. Mit metapher-reichen, sozio-kulturellen Vergleichen in der FAZ und Die Zeit könnte man sicher schon ein eigenes Büchlein füllen, nach dem Bestseller-Vorbild „Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt„. Nun analysiert heute Die Welt die Klientelcluster des Berliner Warenhauses von Manufactum und liefert eine kreative Glosse rund um Weck-Gläser, Milchwächter, dauerhaft engschnallbare Gürtel und … Shopping – schwarz-grün. weiterlesen

Die Stadtgeschwister in Neumünster.

Foto: Stadtgeschwister

Diese fünf sind eigentlich sechs und nicht miteinander verwandt, zumindest nicht familiär. Sie haben sich aus Frust über die Leblosigkeit der Neumünsteraner Handelslandschaft miteinander verbunden und ihre Läden und Kunden vernetzt. Es sind allesamt Geschäftsfrauen, die sich den ewigen Zweiflern in der norddeutschen Provinz mit Erfolg entgegenstellen. „Aus Liebe zum Detail“ untertiteln sie ihre Initiative „Stadtgeschwister„, auch in Anspielung an die weniger gängige Handelsbezeichnung Detailhandel. „Die Stadtgeschwister in Neumünster.“ weiterlesen